Bad Uracher Wasserfall

Wanderlust: Bad Uracher und Gütersteiner Wasserfälle

Bad Urach (Schwäbische Alb, Landkreis Reutlingen) ist ein kleiner, beschaulicher Ort. Die Wasserfälle sind eine beliebte Attraktion und 2016 ist der Wasserfallsteig sogar zu Deutschlands schönstem Wanderweg (Wandermagazin) gekürt worden. Eine gute Gelegenheit, einen Trip zu planen und sich einen Anlass zur Vorfreude zu schaffen!

Bad Uracher Wasserfall

Bad Uracher Wasserfall

Bad Urach ist ungefähr eine halbe Stunde (Auto) von Reutlingen entfernt. Für Wanderlustige dürfte das Städtchen nun in ganz Deutschland bekannt sein, denn dieses Jahr wurde der Wasserfallsteig zum schönsten Wanderweg gekürt. Liegt es vielleicht daran, dass man zu den Wasserfällen auch ohne kilometerlanges Wandern gelangt? Denn ungefähr 10 Minuten Fußweg sind es vom letzten Parkplatz (Maisental), keine steilen Anstiege, einfach nur das Tal entlang, am schönen Brühlbach.

Malerischer Fußweg zwischen Parkplatz und Wasserfall

Malerischer Fußweg zwischen Wasserfall und Maisental-Parkplatz

Die Wanderwege von Bad Urach sind laut Touristikseite bis 31. März nicht begehbar, wir sind damals sogar schon am 29. März gelaufen. Klar, es hängt natürlich vom Wetter ab, bei solchen milden Temperaturen wie wir sie hatten, geht es somit auch früher. So bietet es sich an bereits jetzt zu planen, vor allem die Leute, die eine längere Anfahrt haben. Das schönste ist es doch, durch frühzeitiges Planen die Vorfreude zu stimulieren. Zu sehen gibt es genug, die Landschaft ist wild-romantisch. Daher macht man sich besser vorher Gedanken, denn in der Region gibt es viele weitere schöne Landschaften und Sehenswürdigkeiten.

Beeindruckendes Wurzelwerk

Beeindruckendes Wurzelwerk nahe am Wasserfall

Wer möchte, kann danach auch noch die Ruine Hohenurach erkunden, die von den Wasserfällen aus bereits zu sehen ist.

Blick von den Wasserfällen zur Burgruine Hohenurach

Blick von den Wasserfällen zur Burgruine Hohenurach

Wir haben die Tour „modifiziert“: Die Wasserfälle liegen laut Beschreibung der Touristik-Webseite am Startpunkt, wir wollten sie dagegen als Highlight, am Ende des Weges, haben. Gestartet wird demnach nach dem Parkplatz rechter Hand, über das Vorwerk Güterstein mit seinen Stutfohlen (weibl. Fohlen), das zum Landgestüt Marbach gehört. Danach geht es hoch in den Wald, vorbei an den Gütersteiner Wasserfällen, die zwar kleiner sind, aber an Attraktivität nichts einbüßen. Bis auf die Albhochfläche hinauf, ist alles gut machbar, auch wenn man keine Sportskanone ist (zur Not einfach einen Gang zurückschalten).

Pferdekoppeln säumen den Wanderweg

Pferde sind fast allgegenwärtig (hier: Albhochfläche, Vorwerk Fohlenhof)

Oben auf der Albhochfläche sind weitere Außenstellen des Landgestüts, Pferdekoppeln sind nahezu allgegenwärtig. Für Pferdefreunde ist Bad Urach und die Umgebung ein wahres Paradies. Beim Vorwerk Fohlenhof, wo ebenfalls ein Teil der Fohlen aufgezogen wird, findet sich ein Grillplatz, für den kleinen Hunger zwischendurch. Es empfiehlt sich eine Jacke mitzunehmen, auch wenn die Sonne scheint, denn der Wind auf solchen Hochflächen setzt einem erfahrungsgemäß auch dann zu.

Ausblick von der Albhochfläche Richtung Hohenurach

Ausblick von der Albhochfläche am Rutschenfelsen in Richtung Hohenurach

Die Anstrengung lohnt sich spätestens am Ausblick Rutschenfelsen, den Kalkabbrüchen, von wo aus man das bezaubernde Panorama genießen kann. Geologisch bietet die schwäbische Alb verständlicherweise Einiges, wer sich besonders für diesen Aspekt interessiert, kann sich z. B. auf der Seite Geopark Schwäbische Alb weiter informieren (sowie weitere Anregungen für Ausflüge holen).

Der Rutschenfelsen

Der Rutschenfelsen

Wir waren ca. vier Stunden unterwegs, in gemütlichem Tempo und mit mehreren Pausen. Von der Strecke her müssten es in etwa 11 km sein, vom Anspruch her würde ich sie mittel bewerten.

Direkter Ausblick auf die Ruine Hohenurach

Direkter Ausblick vom Rutschenfelsen auf die Ruine Hohenurach

Das Wetter war geradezu perfekt Ende März (2014), nicht zu warm und nicht zu kalt, klarer Himmel und Sonnenschein. Aber ich bin sicher, selbst bei Wolken ist die Tour lohnenswert.

Der entlaubte Wald im Tal

Der entlaubte Wald im Tal

Über den Uracher Wasserfällen gibt es in der warmen Jahreshälfte die Möglichkeit zur Erfrischung und Stärkung an der bewirteten Wasserfallhütte. Man sitzt unter den Bäumen, im Grünen – Balsam für die Stadt-Seele.

Totholz mit Baumpilzen

Totholz mit Baumpilzen

Nach der Wasserfallhütte geht es dann zum absoluten Highlight, den Uracher Wasserfällen. Der höchste Wasserfall (37 m) der schwäbischen Alb ist ein angemessener Schlußpunkt und entläßt den Wanderer mit einem leisen Glücksgefühl.

Die Bad Uracher Wasserfälle sind die höchsten Wasserfälle der schwäbischen Alb

Die Bad Uracher Wasserfälle sind die höchsten Wasserfälle der schwäbischen Alb

Blick von den Wasserfällen Richtung Hohenurach

Blick von den Wasserfällen Richtung Hohenurach

Wurmlinger Kapelle

Schwarz-weiß Denken ist nur fürs Photographieren gut

Schwarzweiß-Photographie – eigentlich müsste sie Grauwertphotographie heißen – ist neben der Farbphotographie eine zusätzliche Ausdrucksform. Es kann nicht darum gehen, was besser oder schlechter ist, jede hat ihre eigenen Möglichkeiten. Schließlich würde auch niemand auf die Idee kommen und nur Ölmalerei als Mittel der Wahl bezeichnen.

Die Schnecke

Schwarzweiß-Photographie konzentriert sich aufs Wesentliche: besonders Strukturen, Formen und Muster sind geeignete Motive. Farbe „stört“ da nur und verwirrt den Blick. Zugleich ermöglicht sie eine Perspektive und Wahrnehmung, die der Mensch mit seinen Sinnen nicht erleben kann. Womöglich ist es diese ungewohnte Sicht auf die Welt, die den Menschen so reizt?

Wurmlinger Kapelle

Wurmlinger Kapelle

Es empfiehlt sich, Fotos zunächst in Farbe aufzunehmen und erst später am PC in s/w umzuwandeln (wir beschränken uns hier natürlich auf digitale Kameras). Daher ist es nötig, sich schon vorher das Motiv als s/w-Bild vorstellen zu können. Wer photographische Erfahrung hat, weiß bereits, dass die Kamera nie das wiedergibt, was man wahrgenommen hat. Daher ist es immer eine Frage von „Übersetzung“ und noch viel mehr von „Gestaltungswillen“, da jedes Bild ein konzentrierter und subjektiver Ausschnitt der Wirklichkeit ist.

Fingerhut

Fingerhut

Wie aber kann man sich das Schwarzweißdenken aneignen? Übung! lautet die schlichte Antwort. Ich persönlich habe viel probiert und getestet, habe mir also über die Zeit einen „Blick für Motive“ antrainiert. Das gilt verständlicherweise nicht nur für s/w, sondern ist sicherlich bei allen Photophilen für alle photographischen Ausdrucksmittel der Fall. Ein Tipp, den man auch immer wieder liest/hört: Sich Bilder anschauen, die einem gefallen. Dann kann man sich Gedanken machen, was genau gefällt mir? Wie wurde das Bild aufgenommen? In Fotoforen oder Tutorials sind die sogenannten Exif-Daten genau zu diesem Zweck angegeben. Exif-Daten sind die Metadaten einer Aufnahme, also Belichtungszeit, ISO, Blende usw. Darüber hinaus dient dies der Inspiration und man kann sehen, was überhaupt alles möglich und momentan beliebt ist.

Schmetterling (Wilhelma)

Aber am Ende zählt doch nur, was einem selbst gefällt und der kreative Photographierende erschafft auch stets neue Werke. Das schöne an der Photographie (altgriechisch phos/gen. photos – Licht, graphein – schreiben, malen, zeichnen -> also malen/zeichnen mit Licht) ist ohnehin, dass der Phantasie (fast) keine Grenzen gesetzt sind.

Seerose

Wer einmal begonnen hat, zu photographieren oder auch nur Motive zu suchen bzw. diese „umzudenken“, wird schnell feststellen, wie wenig man im Alltag eigentlich sieht. Erst wenn man konzentriert hinschaut, versucht, sich Dinge in s/w vorzustellen, bemerkt man, wie viele interessante Gegenstände, Formen, Strukturen, Gebäude, Landschaften (oder was auch immer) sich in direkter Umgebung finden. Selbst wenn Du Deine Kamera gerade nicht dabei hast, blick Dich um! Versuche auch im scheinbar Alltäglichen etwas Interessantes heraus zu filtern. Nicht nur beim Photographieren sollte man sich mit den Motiven auseinandersetzen.

Baum

Nicht nur die Motivwahl ist relevant, auch die technischen Feinheiten können experimentell und spielerisch variiert werden. Ein und dasselbe Motiv kann man mit verschiedener Brennweite, Blende, ISO, verschiedenen Schärfegraden und -arten (Schärfentiefe, Bewegungsschärfe, Motivschärfe – Nebel usw.) ablichten. Oder die Perspektive wechseln: Vogel- oder Froschperspektive sind die Extrempole zur Normalperspektive (frontal). Das ist der Vorteil der digitalen Photographie: Zigtausende Bilder könnte man theoretisch machen…

Farbe oder Schwarzweiß?

Farbe oder Schwarzweiß?

Während das farbige Bild eher positiv wirkt, wirken solche s/w-Himmel oft düster und dramatisch. Die Wahl ist also auch von der gewünschten „Aussage“ abhängig.

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Beispiel für Motiv(un)schärfe: der Nebel sorgt für geringe Schärfe.

Spielerisches Lernen, Testen und Experimentieren ist der Weg, um seine Photos immer weiter zu entwickeln und die Fähigkeiten zu vertiefen. Wem das keinen Spaß macht, sollte die Kamera eventuell auch einfach einem „wahren“ Photographiebegeisterten schenken. In diesem Sinne, ich bin dann mal eben lichtmalen…