Reiselust: Schluchsee und Wutachschlucht (Schwarzwald)

Im Hochschwarzwald finden sich einige schöne Ziele für eine Reise, hier soll es heute um den Schluchsee und die Wutachschlucht gehen (Beitragsfoto: Aufgenommen mit einem rosa Filter, der „rosaroten“ Brille sozusagen).

Schluchsee

Der größte See im Schwarzwald gilt als einer der saubersten Seen in Deutschland, er ist gute 5 Quadratkilometer groß, 7,5 km lang und 1,4 km breit. Der See war zu früheren Zeiten ein Gletschersee, mittlerweile ist er ein Stausee.

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An der Nordseite des Sees führt die Bahnlinie entlang, die in Seebrugg ihre Endstation hat. Der Parkplatz am Bahnhof Seebrugg ist somit ein guter Ausgangspunkt für die Schluchsee-Umrundung, die insgesamt 18 km umfasst (ca. 6 Stunden Gehzeit). Denn falls das Wetter oder die Lust und die eigenen Füße unterwegs nicht mehr mitspielen, besteht die Möglichkeit, ab Aha den Bummelzug über Schluchsee nach Seebrugg zurück zu nehmen. Jedenfalls wenn man ab Seebrugg südlich, mit dem Uhrzeiger um den See geht, es sind ab Aha nur wenige Minuten Fahrzeit im Zug. Unterwegs gibt es auch mehrere Einkehrmöglichkeiten, kurz nach dem Bahnhof Seebrugg z.B. ist ein Biergarten (nach Überquerung der Staumauer), auf der halben Strecke findet sich der Unterkrummenhof (http://www.unterkrummenhof.info/ – tolles Haus, schöne Aussicht und lecker!). Auf dieser Seeseite ist der Weg auch viel schöner, denn er führt am Wald entlang, während auf der Strecke zwischen Aha und Seebrugg eben die Gemeinden liegen.

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Rechts oben erkennt man noch Schneereste

Theoretisch könnte man also auch nur die „untere“ Seite im Süden entlanglaufen, im Unterkrummenhof einkehren, bis Aha zum Bahnhof laufen (dort gibt es auch einen Kiosk, falls der Zug nicht gleich kommt, kann man dort ein Eis schnabulieren) und dann den Zug zum Parkplatz am Bahnhof Seebrugg zurücknehmen – was wir praktisch ausgeführt haben und nicht bereuen. Zeitlich wäre diese Tour mit einer großzügigen Einkehr mit ca. 4 Stunden zu veranschlagen.

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Die weißen Stellen im Wald sind ebenfalls Schneereste

Die Wanderung fand Ende April statt, es lag sogar noch Schnee im Schwarzwald, daher war zu dieser Zeit wenig los; im Sommer sieht es sicherlich anders aus, das bitte in der Planung berücksichtigen.

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Kurz vor Aha, auf der anderen Seeseite angelangt

Am See findet der Naturfreund viele Möglichkeiten, tolle Beobachtungen zu machen. Dieses Gimpelpärchen war auf Nahrungssuche in den Bäumen am Ufer, die perfekte Kulisse für ein Foto. Das Licht hat auch gepasst, manchmal muss man eben Glück haben.

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Weiblicher Gimpel oder Dompfaff, am Ufer des Schluchsees

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Der farbenprächtigere männliche Gimpel, auch Dompfaff genannt

Der Schluchsee durch die rosarote Brille (bzw. Filter, folgendes Bild) sieht besonders verlockend aus, aber das hat er gar nicht nötig. Er ist auch ohne Filter ein lohnenswertes Ziel.

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Wutachschlucht

Für einen mehrtägigen Kurztrip in den Schwarzwald bietet sich der baden-württembergische Canyon als weiterer Programmpunkt an. Die Wutachschlucht ist allerdings nicht für jeden geeignet, da es teilweise hoch über dem Wasser entlang geht. Die Wege sind aber gut gesichert, d.h. für Leute mit einer milden Form von Höhenangst durchaus machbar. Ich bin selbst nicht schwindelfrei, allerdings kommt es für mich immer auf die spezielle Situation an. Man läuft selten direkt am Abhang, ein Geländer schützt vor Stürzen. Meistens sind Abstufungen oder Hänge vorhanden, nur selten steht man direkt am Abgrund, es gab nur eine Stelle, die ein bißchen für Herzklopfen gesorgt hatte. Mir fiel es aber leicht, mich zu überwinden, da die Wutachschlucht für ihre Schönheit und Biodiversität bekannt ist. Man sollte natürlich stets mit gutem Schuhwerk und Vorsicht bei geeignetem Wetter wandern gehen, dann sind die größten Risiken schon gebannt.

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Die Wutach am Kanadiersteg

Da ein Abschnitt der Wutachschlucht aufgrund eines Bergrutsches gesperrt war, musste man einen kleinen Umweg laufen. Startpunkt war die Wutachmühle, ein Parkplatz mit Kiosk, der vom Wanderbus angefahren wird (im Winter nicht). Falls man keine komplette Rundtour bis zum Auto zurück machen möchte, kann man also den Rückweg mit dem Bus bewältigen. Nun folgt man also dem beschilderten Weg bis zum Kanadiersteg (überdachte Holzbrücke), den man überquert, weil der Weg geradeaus eben gesperrt war (am besten vorher informieren, ob die Sperrung noch vorhanden ist).

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Im Wald: Frühlings-Platterbse

Der Weg führt noch ein Stück durch den Wald hinauf auf Feldwege um den Bergrutsch zu umgehen, nach ca. 1km geht es dann wieder Richtung Wald/Schlucht. Nach kurzer Zeit dann beginnt der Weg entlang den Felsen, es geht also hoch hinaus. Die Landschaft ist wunderschön, die klare Wutach weckt die Lust baden zu gehen oder noch ein wenig zu verweilen. Viele verschiedene Schmetterlinge tänzeln in der Luft, machen hin und wieder eine kleine Verschnaufpause auf einer bunten Blüte und stärken sich an ihr.

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Kleiner Kohlweißling

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Der Weg entlang der Wutach führt mal hoch über sie, an den Felsen entlang, mal unten am Wasser und ist dadurch abwechslungsreich. Ein erster Grill- bzw. Rastplatz ist an der Schurhammerhütte vorhanden (einer Schutzhütte), der zweite Rastplatz findet sich im ehemaligen Kurort Bad Boll. Übrig geblieben sind ein paar Mauerreste, eine Ruine auf dem Berg und eine halb verfallene Kapelle, die wohl wieder aufgebaut werden soll, zumindest sind Baugerüste installiert. Für Urbex/Lost Places-Fans ist diese Tour also besonders interessant.

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Wer nicht die ganze Tour bis zur Schattenmühle (oder noch weiter, der Schluchtensteig umfasst 118 km insgesamt) machen möchte oder kann, hat die Möglichkeit den Wanderbus zurück zu nehmen: Vom ehemaligen Bad Boll sind es ca. 1,3 km nach Boll, einem kleinen Örtchen und einer entsprechenden Haltestelle. Die Wartezeit kann man in einem Gasthaus versüßen (Öffnungszeiten siehe hier). Diese Strecke – von der Wutachmühle bis Boll – beträgt ca. 10 km.

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Eine (entspannende) Foto-Tour in die Vulkaneifel

Komm mit mir in die Vulkaneifel. Aber nimm Dir Zeit, mach es Dir davor bequem, falls Du das nicht sowieso schon getan hast. Gönn Dir diese kleine Auszeit bewußt. Ein ruhiges Plätzchen, an dem man nicht gestört wird, ist ideal. Dann atme ein paar Mal bewußt tief ein und aus. Komm erst mal richtig an…

Im Wald

Für ein audio-visuelles Erlebnis, empfehle ich solche Ambient Sounds, hier „Primeval Forest“: https://mynoise.net/NoiseMachines/primevalEuropeanForestSoundscapeGenerator.php (Hintergrund-Sound)

Oder wer lieber Musik mag, ich finde den Song „Fountain“ von iamamiwhoami perfekt: dazu: https://www.youtube.com/watch?v=bRazgMj_cfE (ist auch ein tolles Video)

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Wald am Holzmaar

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Riesige Baumpilze

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Viele verschiedene Moose sind im Wald zu sehen

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Manche Bäume sind regelrecht im Moos verschwunden

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Farn, eine der ältesten Pflanzen der Erde

Am Wasser

Ambient Sound, hier z.B. „Waterfall“: https://mynoise.net/NoiseMachines/waterSpringStreamNoiseGenerator.php

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Weinfelder Maar – Maare sind Vulkanseen

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Vulkankrater, im NSG Mosenberg, der einzige wassergefüllte nördlich der Alpen

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Am Bergkratersee (s.o.)

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Schalkenmehrener Maar

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Im Moseltal

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Möwen sind zahlreich an der Mosel

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Nilgans

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Wasserfälle bei Burg Pyrmont

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Burg Pyrmont

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Unten im Tal unter Burg Pyrmont

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Dieser Wasserfall befindet sich an dem Türmchen (links zu erahnen)

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Die märchenhafte Burg Eltz

 

Kraniche

Kranichrufe: http://www.vogelstimmen.de/html/content_link.php?link=www.xeno-canto.org/sounds/uploaded/ZNCDXTUOFL/XC124500-Grus_grus_Poland_Jarek_Matusiak_20130310-030.mp3

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Kraniche hört man schon von weitem, bevor man sie sieht…

 

Die Vulkaneifel war selbst jetzt, im Winter (Februar), sehr beeindruckend, ich hoffe, ich konnte es ein wenig vermitteln und euch erfreuen.

Bad Uracher Wasserfall

Wanderlust: Bad Uracher und Gütersteiner Wasserfälle

Bad Urach (Schwäbische Alb, Landkreis Reutlingen) ist ein kleiner, beschaulicher Ort. Die Wasserfälle sind eine beliebte Attraktion und 2016 ist der Wasserfallsteig sogar zu Deutschlands schönstem Wanderweg (Wandermagazin) gekürt worden. Eine gute Gelegenheit, einen Trip zu planen und sich einen Anlass zur Vorfreude zu schaffen!

Bad Uracher Wasserfall

Bad Uracher Wasserfall

Bad Urach ist ungefähr eine halbe Stunde (Auto) von Reutlingen entfernt. Für Wanderlustige dürfte das Städtchen nun in ganz Deutschland bekannt sein, denn dieses Jahr wurde der Wasserfallsteig zum schönsten Wanderweg gekürt. Liegt es vielleicht daran, dass man zu den Wasserfällen auch ohne kilometerlanges Wandern gelangt? Denn ungefähr 10 Minuten Fußweg sind es vom letzten Parkplatz (Maisental), keine steilen Anstiege, einfach nur das Tal entlang, am schönen Brühlbach.

Malerischer Fußweg zwischen Parkplatz und Wasserfall

Malerischer Fußweg zwischen Wasserfall und Maisental-Parkplatz

Die Wanderwege von Bad Urach sind laut Touristikseite bis 31. März nicht begehbar, wir sind damals sogar schon am 29. März gelaufen. Klar, es hängt natürlich vom Wetter ab, bei solchen milden Temperaturen wie wir sie hatten, geht es somit auch früher. So bietet es sich an bereits jetzt zu planen, vor allem die Leute, die eine längere Anfahrt haben. Das schönste ist es doch, durch frühzeitiges Planen die Vorfreude zu stimulieren. Zu sehen gibt es genug, die Landschaft ist wild-romantisch. Daher macht man sich besser vorher Gedanken, denn in der Region gibt es viele weitere schöne Landschaften und Sehenswürdigkeiten.

Beeindruckendes Wurzelwerk

Beeindruckendes Wurzelwerk nahe am Wasserfall

Wer möchte, kann danach auch noch die Ruine Hohenurach erkunden, die von den Wasserfällen aus bereits zu sehen ist.

Blick von den Wasserfällen zur Burgruine Hohenurach

Blick von den Wasserfällen zur Burgruine Hohenurach

Wir haben die Tour „modifiziert“: Die Wasserfälle liegen laut Beschreibung der Touristik-Webseite am Startpunkt, wir wollten sie dagegen als Highlight, am Ende des Weges, haben. Gestartet wird demnach nach dem Parkplatz rechter Hand, über das Vorwerk Güterstein mit seinen Stutfohlen (weibl. Fohlen), das zum Landgestüt Marbach gehört. Danach geht es hoch in den Wald, vorbei an den Gütersteiner Wasserfällen, die zwar kleiner sind, aber an Attraktivität nichts einbüßen. Bis auf die Albhochfläche hinauf, ist alles gut machbar, auch wenn man keine Sportskanone ist (zur Not einfach einen Gang zurückschalten).

Pferdekoppeln säumen den Wanderweg

Pferde sind fast allgegenwärtig (hier: Albhochfläche, Vorwerk Fohlenhof)

Oben auf der Albhochfläche sind weitere Außenstellen des Landgestüts, Pferdekoppeln sind nahezu allgegenwärtig. Für Pferdefreunde ist Bad Urach und die Umgebung ein wahres Paradies. Beim Vorwerk Fohlenhof, wo ebenfalls ein Teil der Fohlen aufgezogen wird, findet sich ein Grillplatz, für den kleinen Hunger zwischendurch. Es empfiehlt sich eine Jacke mitzunehmen, auch wenn die Sonne scheint, denn der Wind auf solchen Hochflächen setzt einem erfahrungsgemäß auch dann zu.

Ausblick von der Albhochfläche Richtung Hohenurach

Ausblick von der Albhochfläche am Rutschenfelsen in Richtung Hohenurach

Die Anstrengung lohnt sich spätestens am Ausblick Rutschenfelsen, den Kalkabbrüchen, von wo aus man das bezaubernde Panorama genießen kann. Geologisch bietet die schwäbische Alb verständlicherweise Einiges, wer sich besonders für diesen Aspekt interessiert, kann sich z. B. auf der Seite Geopark Schwäbische Alb weiter informieren (sowie weitere Anregungen für Ausflüge holen).

Der Rutschenfelsen

Der Rutschenfelsen

Wir waren ca. vier Stunden unterwegs, in gemütlichem Tempo und mit mehreren Pausen. Von der Strecke her müssten es in etwa 11 km sein, vom Anspruch her würde ich sie mittel bewerten.

Direkter Ausblick auf die Ruine Hohenurach

Direkter Ausblick vom Rutschenfelsen auf die Ruine Hohenurach

Das Wetter war geradezu perfekt Ende März (2014), nicht zu warm und nicht zu kalt, klarer Himmel und Sonnenschein. Aber ich bin sicher, selbst bei Wolken ist die Tour lohnenswert.

Der entlaubte Wald im Tal

Der entlaubte Wald im Tal

Über den Uracher Wasserfällen gibt es in der warmen Jahreshälfte die Möglichkeit zur Erfrischung und Stärkung an der bewirteten Wasserfallhütte. Man sitzt unter den Bäumen, im Grünen – Balsam für die Stadt-Seele.

Totholz mit Baumpilzen

Totholz mit Baumpilzen

Nach der Wasserfallhütte geht es dann zum absoluten Highlight, den Uracher Wasserfällen. Der höchste Wasserfall (37 m) der schwäbischen Alb ist ein angemessener Schlußpunkt und entläßt den Wanderer mit einem leisen Glücksgefühl.

Die Bad Uracher Wasserfälle sind die höchsten Wasserfälle der schwäbischen Alb

Die Bad Uracher Wasserfälle sind die höchsten Wasserfälle der schwäbischen Alb

Blick von den Wasserfällen Richtung Hohenurach

Blick von den Wasserfällen Richtung Hohenurach

Froschkönig

Bergglück

Die Bergwelt ist für viele Menschen Sehnsuchtsziel, Wandern (nicht nur) in Deutschland beliebte Aktivität. Für mich ist das Gebirge vor allem auch ein optimales, sehr abwechslungsreiches und teils auch überraschendes Fotorevier.

Pittoreske Kuhweide

Pittoreske Kuhweide im Gauertal, im Hintergrund Sulzfluh und Drusentor

2014 entstanden diese Bilder im Montafon (Tschagguns), Region Vorarlberg, Österreich. Wer heute an Motivationsmangel leidet, kann sich gerne mit mir in die Berge flüchten (für eine realistischere Flucht, Kuhglocken-Konzert in der Dauerschleife laufen lassen, in einem weiteren Tab, als zusätzliche Audio-Unterstützung sozusagen). Wer bereits dort war, erkennt vielleicht den ein oder anderen Ort, schwelgt in eigenen Erinnerungen. Die Ortsunkundigen regt es möglicherweise zur Urlaubsplanung an. Aber allein schon die Bilder zu betrachten, kann eine Wohltat sein. Ansonsten: aus Süddeutschland sind es nur wenige Stunden Auto- oder Bahnfahrt, ideal für einen Kurztrip.

Montafon, Österreich

Blick auf die Untere Latschätzalpe

Die Stille in den Bergen ist unvergleichlich, besonders je höher man läuft, nur die natürliche Geräuschkulisse zu hören, erdet ungemein. Im Tal unten, wenn man startet, kann es sein, dass man ein Kuhglocken-Konzert geboten bekommt. Das stundenlange Laufen führt leicht zu einem Flow-Erlebnis, einer höchst angenehmen Stimmung, in der der innere Dialog endet und man pures Glück empfindet. Fotomotive finden sich überall en masse. Die Fotos hier sind von einer Tour zur Lindauer Hütte (1744m), einfache Strecke ca. 2,5 h ab Vollsporaalpe, durch das Gauertal (je nach Kondition und Tempo variiert die Dauer natürlich, wir sind eher „gemütlich“ gelaufen). Besonders nach einem steilen oder anstrengenden Anstieg, wenn man oben ankommt und alles überblicken kann, stellt sich ein Hochgefühl ein. Wie sagte Edmund Hillary so treffend? „Es ist nicht der Berg, den wir bezwingen – wir bezwingen uns selbst.“

Auf dem Weg zur Lindauer Hütte

Auf dem Weg zur Lindauer Hütte, Blick zum Bilgengrat

Hin und wieder eine Pause machen, die Landschaft genießen, gehört dazu.

Rückweg von der Lindauer Hütte Richtung Gauertal

Im Gauertal (Rückweg Lindauer Hütte)

Kultur und Tradition

Im Juni damals wurden die Kühe zurück auf die Weiden gebracht, was ein unvergessliches Spektakel war. Noch nie habe ich Tiere so übermütig und ausgelassen gesehen. Es war eine Freude, sie hüpfen und springen zu sehen, sie konnten es fast nicht fassen, dass sie wieder im Grünen waren (siehe auch Alpabtrieb, unten).

Wildblumen für die Nachbarn zur Begrüßung

Wildblumen für die Nachbarn zur Begrüßung

Generell sollte man fremde Tiere natürlich nicht füttern, machen wir sonst auch nicht, aber es waren sowieso nur die Blumen, die auf der Weide auch zu finden sind, die sie mehr beschnuppert haben.

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Der Wechsel der Jahreszeiten

Jede Jahreszeit hat ihren besonderen Reiz, bisher konnte ich Sommer und Winter erleben, Frühling und Herbst in den Bergen stehen leider noch aus. Vor allem die Brunftzeit der Hirsche, wenn sie laut grölen und der Platzhirsch seine Konkurrenten verjagt, dürfte spannend sein. Der Viehabtrieb/Alpabtrieb ist sicher auch interessant, wenn die Tiere wieder in den Stall kommen für den Winter.

Zwischen Gauertal und Lindauer Hütte

Bei der Oberen Latschätzalpe

Drei Türme im Nebel

Drei Türme und Sulzfluh im Nebel

Bach im Gauertal

Rasafeibach im Gauertal

Der Mond über der Mittagsspitze

Der Mond über der Tschaggunser Mittagsspitze

Persönliche Erfahrungen und Empfehlungen

Tipps: Übernachten und Essen kann man z.B. im Gauertalhaus (Naturfreundehaus) ganz wunderbar, es sind wirklich sehr nette Gastwirte, die zudem Wert auf gute Lebensmittel legen (Bio-Qualität, die in der eigenen Landwirtschaft produziert wird). Im Sommer ist das Alpenfreibad im Tal mit seinem Naturschwimmbecken ein Highlight für Wasserratten. Im Winter ist das Gebiet natürlich von Wintersportlern bevölkert.

Montafon im Winter

Blick vom Hoch Joch Richtung Rellstal (Winter 2014)

Auf dem Weg ins Gauertal

Auf dem Weg ins Gauertal (Winter 2014)

Berge und Medien

Wer sich für Berge interessiert, kann dies in zahlreichen Bereichen vertiefen, hier folgen Beispiele.

Literatur: Wenn ich an Berge denke, muss ich auch an ein Buch denken. Für Leseratten, die die Berge lieben, habe ich daher einen Buchtipp: „Die Wand“ von Marlen Haushofer (1963, wurde 2012 verfilmt). Es ist ein sehr intensives Buch, das ich nicht mehr aus der Hand legen wollte. Schwere Kost, aber sehr inspirierend. [Weibliche Robinsonade]

Malerei: Eines der bekanntesten Motive aus der Romantik greift das Thema Berge und Wandern auf:

Caspar David Friedrich: Der Wanderer über dem Nebelmeer (1818, das Bild ist gemeinfrei, Download bei Wikipedia bspw.)

Caspar David Friedrich: Der Wanderer über dem Nebelmeer (1818, das Bild ist gemeinfrei, Download bei Wikipedia bspw.)

Internet: Für alle Bergfans eine Blog-Empfehlung: Auf und Ab – Outdoor, Bergsport, Abenteuer Sven und Co. sind kompetente Berater rund ums Thema.

Fotografie: Heinz Zak ist Extremkletterer und Fotograf in Personalunion, er macht atemberaubende Bilder.

 

 

Synapsen konditionieren

Basstölpel mit Nistmaterial

Basstölpel mit Nistmaterial

Vor einem Jahr endete meine Reise in Helgoland, nach drei Monaten Sonne, Strand und Natur. Die Düne mit ihren langen, fast menschenleeren Stränden, bevölkert von Vögeln und Seehunden/Kegelrobben stattdessen, ist mittlerweile fest in meinem Kopf beheimatet. Höre ich einen Möwenruf oder Wellenrauschen, ploppen Bilder auf meiner „Festplatte“ auf.

Dann sehe ich mich wieder im Sand liegen, sehe die Brandung unermüdlich, zufrieden Sand abtragen, sehe ich die Robben mit zugekniffenen Knopfaugen ihren friedliebenden Bauch in die Sonne strecken, sehe ich Kinder sorgenlos im geschichtsträchtigen Sand spielen, sehe ich das blitzschnelle Glitzern auf dem Wasser, sehe ich die rotäugigen Austernfischer galant streiten und flitzen, sehe ich die Basstölpel senkrecht ins müde Meer stürzen, sehe ich die Eiderenten eine triebhafte Möwe belehren, sehe ich verzweifelt die Möwenküken betteln, sehe ich Quallen fließend vertrocknen, sehe ich die Steine behäbig rollen, sehe ich die vielen verschiedenen Farben im Sand, sehe ich die Boote stetig kleiner werden, sehe ich die Köpfe größer werden und um einen Körper anwachsen, sehe ich den von Fliegen umschwirrten Tang (der wie ein altes, verschwurbeltes Kassettenband aussieht), sehe ich die Spaziergänger den gierigen Sand absuchen, sehe ich die Sonne alleine wandern, sehe ich die Flugzeuge eintrudeln, sehe ich den Abend nahen.

Dann höre ich das ewige Tönen des Meeres, dann höre ich die gedämpften und gebräunten Stimmen, dann höre ich das tiefe und erhabene Brummen der Schiffsmotoren, höre ich die Kinder satt zanken, höre ich die geliebten Möwen klagen, höre ich das hysterische Fiepen des höflichen Austernfischers, höre ich den Wind Sand rauben, höre ich das niedliche Grummeln der Robben, höre ich die Enten grinsen, höre ich die Flieger in der Luft paddeln, höre ich die Teller ungeduldig auf dem Tisch sich niederlassend, höre ich die Basstölpel sich ermutigend zurufen, höre ich wieder Wind und Wellen in vertrauter Zweisamkeit.

Robben auf der Düne (Helgoland).

Robben auf der Düne (Helgoland)

Ich möchte die Augen schließen und noch ein bißchen dort verweilen, von wo meine Seele sich weigert, fort zu gehen. Möchte noch ein bißchen fühlen, wie der Sand auf der Haut kribbelt und juckt. Möchte mich zu den Robben legen und auch etwas den Speck wärmen lassen. An nichts denken, einfach nur liegen. Dieser im Realen nicht vorhandene Ort, der doch so nah und doch so fern ist.

Südstrand auf der Düne (Helgoland)

Südstrand auf der Düne (Helgoland)

Im Land des (fast) nie untergehenden Glücks

Midsommar in Schweden – nach Weihnachten das größte Event im Land. Die Tage sind lang, daher wird ausgiebig gefeiert, gegessen und getrunken.

Mittsommer verbringt man auf dem Land oder im Schärengarten, mit Blumen im Haar, Fisch und Kartoffeln im Magen und Schnaps im Blut (zumindest Erwachsene).

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Aber seht selbst, die Schweden haben ein humorvolles „How-to-Video“ für Gäste erstellt:

Mittsommer für Dummies (englisch)

Wir hatten das Glück, Midsommar in einem wunderschönen, schwedischen Privathaus in den Schären zu verbringen. Der erste „Beweis“ für die Entspanntheit der Schweden: sein Haus an Fremde vermieten, eine Gruppe junger Leute… und das an Midsommar!

Der Tradition zufolge wurde freitags (Midsommarafton – Mittsommerabend) gespielt, gewetteifert mit Tauziehen, dann um die Mittsommerstange getanzt, denn das Fest ist ein fröhliches Outdoor-Erlebnis.

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Passende Musik für den Tanz kannst Du hier hören:

Bosse Larsson – Vi äro musikanter

Små Grodorna

Das öffentliche Fest fand in Nyckelviks Herrgård, also der Gutshof Nyckelvik, statt, das zur Gemeinde Nacka gehört. Der Gutshof liegt in einem Naturreservat, bietet also auch abseits von Midsommar eine Möglichkeit, sich in der Natur zu bewegen.

Der offizielle Feiertag ist dann der Samstag, den man bei schönem Wetter z.B. hier badend verbringen kann:

Freiluftbad in Saltsjöbaden

Dort fand ein witziges Spektakel statt, ein sportlicher Spaß-Wettbewerb. Aus dem Jahr 2014 könnt ihr hier Impressionen finden:

Baddarna på badet 2014 – Contest im Freiluftbad

Mein Favorit war der letzte Teilnehmer, der sich vor dem Sprung entkleidete, mit dem Jubel und Gelächter der Menge dann graziös ins Wasser hüpfte. Nach der Zerstreuung und aufgrund hoher Temperatur tut es gut, selbst ins kühle Nass zu gleiten.

Auf der Höhe von Stockholm bleibt es zwar nicht die ganze Zeit hell, aber beinahe. Ab 24 Uhr dämmert es (siehe Beitragsbild), wird aber nicht vollständig dunkel. Um 3 Uhr morgens, also mitten in der Nacht, ist es bereits wieder taghell. Das ist zwar sehr beeindruckend, aber das Naturschauspiel geht auch an die Substanz. Ich war nach ein paar Tagen bereits ziemlich müde, der Schlaf war nicht sehr erholsam, da wir unser Schlafzimmer nicht richtig abdunkeln konnten. Da ich immer wieder wach wurde, habe ich hören können, dass die Vogelwelt dann auch schon um 3 Uhr morgens jubilierte. Interessant wäre es zu erfahren, wie die Tierwelt mit den langen Tagen klar kommt. Wenn ich etwas Interessantes dazu finde, werde ich es hinzufügen, auf den ersten Blick finde ich leider nichts.

Zweiter „Beweis“ für die Entspanntheit in Schweden: Als wir zum Gutshof wandern, treffen wir auf ein Reh, das 3 Meter neben dem Weg steht. Unsere Gruppe von 10 Leuten beeindruckt es überhaupt nicht, es bleibt einfach stehen. Nachdem wir alle ebenfalls stehen bleiben und es erwartungsvoll anschauen, staunend dass es nicht die Flucht ergreift, geht es langsam Richtung Unterholz. Es wird sich gedacht haben: „Gut, dann geh ich eben, sonst hab ich ja nie Ruhe…“

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Alter Schwede III

Bohuslän, Orust

Bohuslän, Orust

Der letzte Teil der Reise, bei dem man mehr und mehr realisiert, dass der Urlaub ein Ende nimmt…Eine vielleicht teils sentimentale Rückschau.

Der Ausblick einer der schönsten Rastplätze

Auf dem Weg nach Westen (einer der schönsten Rastplätze)

Von Stockholm geht die Reise weiter an die Westküste, genau gesagt Bohuslän – nördlich von Göteborg. Auch hier gibt es Schären, also vorgelagerte Inselchen, mit dem Unterschied, dass sie hier in die Nordsee gebettet sind. In unserem Reiseführer wird die Landschaft als besonders wild, schön und beeindruckend beschrieben. Wir haben uns daher entschieden, die letzten 2, 3 Tage auf der Insel Orust zu verbringen. Ich beginne zu realisieren, dass das Urlaubsende naht und das bringt einen seltsamen Gefühlscocktail mit sich. Einerseits Wehmut, ich versuche also noch alles besonders intensiv zu genießen. Andererseits Freude, da ich über drei Monate woanders verbracht habe und mich also auch wieder freue, nach Hause zu kommen.

Der Reiseführer lügt nicht, die Landschaft ist atemberaubend schön und so anders, ich kann mich gar nicht satt sehen.

Bei Orust

Bei Orust

Und auch hier wieder: es sind kaum Touristen unterwegs, wir haben das alles fast für uns alleine! Es ist Anfang September, in Deutschland noch Ferienzeit. Ganz im Westen, in Stocken, finden wir einen Campingplatz mit Holzhütten – und yes – wir bekommen eine, recht günstig für Schweden. Wirklich eine süße Hütte, sechs Leute könnten Platz finden, mit Bad und Küche usw., sauber, ich bin begeistert. Und alles ist so gut wie verlassen, das passt auch gut zu dieser wildromantischen Landschaft.

Bohuslän - Landschaft auf Gullholmen

Bohuslän – hier Gullholmen

Süße, kleine Dörfer, die wie aus einer anderen Zeit wirken, so abgeschnitten von unserer gewohnten Welt. Hier muss es sich gut leben, ich wünsche mir auch so ein Haus in der Einsamkeit. Es gibt vermutlich nicht viele Attraktionen. So ist der Tourist oder Besucher ganz darauf angewiesen, sich selbst zu beschäftigen. Besonders außerhalb der Saison. Wir entscheiden uns für eine Fahrt zu einer Orust vorgelagerten, weiteren Insel: Gullholmen. Die Landschaft ist irgendwie grotesk, überall Felsen, riesige Felsbrocken und natürlich Heidekraut. Ein Wanderweg soll den Besucher leiten, aber innerhalb dieses Felsenlabyrinths verlieren wir die Pfeile irgendwann aus den Augen und müssen verstärkt klettern. Aber das ist cool und macht Laune, die Entdeckerlust macht sich breit und die Zeit vergeht ohne dass wir es bemerken.

Klettern auf Gullholmen

Auf Gullholmen

Wir haben aber auch mal wieder Glück. Der Wettergott ist freundlich gesinnt. Solche Erlebnisse sind es doch, die einem etwas geben, was schwer in Worte zu fassen ist. Dazu braucht es nicht viel, man muss einfach loslaufen und die Augen offen halten. Das hört sich eventuell schon wieder nach Klischee und Küchentischpsychologie an. Aber ich kann nicht anders, besonders jetzt im Rückblick, denke ich: was für ein Erlebnis und schöpfe daraus Positives. Und das bemerkenswerte ist, dazu müsste ich wohl nicht mal 3000 km (oder wieviel auch immer) fahren. Vielleicht auch einfach mal daheim ein paar Kilometer, wenn überhaupt, fahren/laufen oder besser direkt vor der Tür und los gehts. Der Plan ist gefasst, das ist sowas wie ein verfrühter Neujahrsvorsatz (wie ich das hasse!), einer von vielen, die während des Jahres gefasst wurden.

so weit das Auge reicht...

fast an der Küste angelangt

Vielleicht liegt das auch am Alter, dass man sentimental wird und gerne gute Ratschläge verteilt. Genug davon also. Am Meer – endlich. Wieder nix mit Baden. Zu viele Quallen, zu viel Tang und Schlonz. Nach etwas verschnaufen wieder zurück zur Fähre. Ursprünglich wollten wir eine Nacht bleiben, letztendlich werden es zwei. Aber auch dieser Zeitraum genügt nicht, um alles zu sehen, alles zu entdecken. Hat was Gutes: so bleibt der Ort interessant und einer Rückkehr steht nichts im Wege. Als wir nach Hause fahren, ca. 15 Stunden am Stück, bleibt die gute Laune anfangs. Kaum sind wir 100m auf der deutschen Autobahn: Stress! Diese Dränglerei, dieser Geschwindigkeitswahn, so ein unentspanntes Fahren. Da lob ich mir doch die dänische und schwedische Geschwindigkeitsbegrenzung (110km/h auf der Autobahn) und deren unerschütterliche Entspanntheit!

Alter Schwede II

Weiter geht es ins „Venedig des Nordens“. Wieder stundenlang auf der Autobahn: Heidekraut, Felsen, rote Holzhäuser, Nadelbäume, goldene Felder. Wasser. Heidekraut, Nadelbäume. Wasser, Felder, Häuser. Heidekraut. Felder, andere Autos, Tankstellen. Zapfsäulen.

Schären vor Stockholm

Schären vor Stockholm

Ziel: eine Hütte in den Schären vor Stockholm, um mal auszuspannen mit Freunden. In Schweden ist die Urlaubssaison bereits Mitte August vorbei, was Vor- aber auch Nachteile mit sich bringt. Nach Bezug der Hütte, die wir nach einer mittellangen Odysee letztlich doch noch fanden, geht es gleich aufs Wasser. Mit einem Ruderboot wohlgemerkt.

Ausblick in den Schären

Ausblick in den Schären

Nach etwa 50m Paddelei haben wir auch schon (rückblickend) das schönste Plätzchen gefunden, an dem wir lange Zeit verweilen. Vorteil der Nicht-Saison: wir sind nahezu alleine! Nachteil, (un)abhängig von der Saison (je nachdem, jahreszeitlich gesehen schon): unfassbar kaltes Wasser! Also wieder mal nicht gebadet. Über 3 Monate im Norden gewesen und nur wenige Male gebadet…Das ist nichts für sogenannte „Warmduscher“, wozu ich mich höchstpersönlich zähle.

Aber Baden ist ja gottlob bei weitem nicht die einzige Möglichkeit, einen Urlaub zu gestalten. Nach 2 Tagen Schlafen, Essen, Chillen in den Schären ging es also weiter nach Stockholm zu unseren Buddies.

Auf der Fähre unterwegs in den Schären

Auf der Fähre unterwegs in den Schären

Stockholm: eine Großstadt mit viiiiel, viiiiel Wasser. Wobei die Leute ganz entgegen der Erwartung völlig entspannt sind. Niemand läßt sich hetzen, sehr sympathisch! Und: alle bezahlen ohne Bargeld, oder sagen wir fast alle. Sogar am Marktstand konnten wir Pfifferlinge scheinlos erwerben. Wir wagen uns nochmal in den Schärengarten: mit der Fähre geht es auf eine kleine Insel ohne Autoverkehr. Als wir dort ankommen, steigen wir alleine aus. Vorteil der Nicht-Saison. Wunderschöne Landschaft, vor allem viel Landschaft. Nachteil: keine Möglichkeit einzukaufen oder einen Café zu trinken.

Ausblick deluxe, Schären vor Stockholm

Ausblick deluxe, Schären vor Stockholm

Wir begegnen auf unsrer Umrundung nur wenigen Seelen, was cool ist, aber auch etwas seltsam. Denn das Wetter ist noch recht angenehm und dort ist es einfach zu schön um verlassen zu sein. Der Schärengarten vor Stockholm besteht aus mehreren Tausenden Inseln, manche Schätzungen gehen von bis zu 100.000 Inseln aus. Mich packt mal wieder das „Ich-will-alles-sehen“-Fieber. Aber das ist utopisch. Vor allem in nur wenigen Tagen, die wir uns Zeit genommen haben für die Ostküste. Also trage ich es mir auf meiner To-Do-Liste ein, ist ja klar. In Stockholm sehen wir uns noch das Vasa-Museum an (beeindruckend! ein riesiges, altes Holz-Schiff) und z.B. dieses interessante Gerät:

Giraffen-Kran

Giraffen-Kran

Nach 3 Tagen geht´s dann auch wieder weiter Richtung Westküste. Schweden im Schnelldurchlauf. Mehr dazu dann in „Alter Schwede III“, coming soon.

 

Alter Schwede I

Es ist neblig, regnerisch, die Sicht beschränkt sich auf wenige Dutzend Meter, als wir die eigentlich spektakuläre Öresund-Brücke überfahren. 52 Euro für den Arsch. In Schweden angekommen fahren wir stundenlang durch die Landschaft. Goldgelbe Felder mit roten Holzhäusern, Wälder und dichte Teppiche von Heidekraut wechseln sich entlang der Autobahn ab. Auch Wasser findet sich entlang der Straße, mal kleine Tümpel, mal größere Seen. Der zweitgrößte See Vättern z.B. liegt direkt an der Straße für einige Kilometer, traumhaft. Sind wir am Mittelmeer? Ach nee, Schweden.

Vätternsee in Schweden

Vätternsee in Schweden

Wir finden ein kleines Hostel direkt am See und haben Glück: wir bekommen ein Zimmer. Die Gegend ist schon ziemlich touristisch, aber am Wasser stört mich das eigentlich nie. Der See ist zu beeindruckend. Am nächsten Morgen Frühstück im Freien, herrlich. Dann geht es auch schon weiter, zum Tåkern, ebenfalls ein See. Ungefähr in der Mitte vom Vättern, östlich davon, liegt dieser für Vogelfreunde interessante „Tümpel“. Tümpel, weil er durchschnittlich nur 60 cm tief ist.

Tåkern, See in Schweden

Tåkern, See in Schweden

Aber eben durch die geringe Tiefe ist er für Vögel besonders interessant. Ab August, September beginnt der Vogelzug und hier ist ein beliebter Rastplatz. Es gibt schöne Plätze zum Verweilen, Beobachten, Chillen. Auch ein Infozentrum.

Tåkern, Schweden

Tåkern, Schweden

Vögel zu beobachten ist praktizierte Achtsamkeit – nur im Moment sein, nix anderes denken. Weder Zukunft, noch Vergangenheit. Gegenwart! Das ist es, was wir gehetzten Menschen brauchen. Ich jedenfalls. Aber mich zieht einfach auch Wasser magisch an, allein das Geräusch und der Anblick lässt mich entspannen.

Alles, was uns wirklich nützt, ist für wenig Geld zu haben. Nur das Überflüssige kostet viel.
Axel Munthe (schwedischer Schriftsteller)

Blutrote Heidelibelle

Blutrote Heidelibelle

Meine Hydrophilie hat mich beim Surfen auf eine Idee gebracht, ich will alle Seen Deutschlands bereisen. Ich bin nämlich auf eine Seite gestossen, in der ziemlich viele (alle?) Seen verzeichnet sind. Mal sehen, was draus wird…

Mön ist total schön!

Kreidefelsen auf Mön

Kreidefelsen auf Mön

Nach meinem dreimonatigen Aufenthalt auf Helgoland ging es dann noch weiter in den Norden. Meine persönliche Nordtour, mein nordischer Sommer! Zuerst fuhr ich nach Dänemark auf die wunderschöne Insel Mön. Dort nächtigten wir in einem süßen Bed&Breakfast, in Borre. Mön ist um einiges größer als Helgoland, daher konnten wir nicht wirklich viel sehen. Aber die Hauptattraktion sind eindeutig die Kreidefelsen. Mön ist sozusagen die dänische, kleine Schwester von Rügen.

Mons Klint - die Kreidefelsen von Mön

Mons Klint – die Kreidefelsen von Mön

Møns Klint– die Kreideklippen in Dänemark sind bis zu 128m hoch und ca. 6 km lang (Rügen höchste Kreideklippe: 118m). Das Material wirkt sehr brüchig und tatsächlich ist im Winter auch ständig mit Gefahr zu rechnen. Denn dann gibt es immer wieder Erdrutsche, Steinschlag oder Abbrüche. In der warmen Jahreszeit ist die Gefahr zwar nicht völlig bei null, aber doch weniger wahrscheinlich. Dafür findet man im Winter auch mehr Fossilien…

Kreideklippe Mön (Møn)

Kreideklippe von Mön (Møn)

Über den Klippen befindet sich Wald, eine sehr schöne Landschaft, die zum Wandern und Spazieren einlädt. Selbst ohne Sonnenschein war es ein sehr einprägsames Erlebnis.

Am Abend waren wir im Brauhaus in Stege, was ich sehr empfehlen kann (NEIN, ich bekomme kein Geld dafür, das zu schreiben! Das ist meine Meinung!). Super leckeres Essen. Am nächsten Morgen ging es dann auch schon weiter nach Schweden, ich wäre gerne noch geblieben. Mön ist aber definitiv für eine längere Reise geeignet, wir werden sicher einmal wieder kommen.

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