Zur Erklärung

Ursprüngliches Ziel: Gemeinnützige Apps finden (wie Goodnity)

Tatsächliches „Ergebnis“ meiner Recherche: Urban Legends, wie Black Eyed Kids (Schwarzäugige Kinder), japanische Gruselgeschichten.

Rekonstruktion: Google wirft bei der Suchanfrage „Apps für soziale Zwecke“ z.B. die App Jourvie aus (App für Menschen mit Essstörung). Von einer Charity-App also stoße ich auf eine therapeutische App. Das lässt mich natürlich sofort an Serendipity denken, womit ich mich daraufhin beschäftige. Da ich (irrtümlicherweise) der Meinung bin, dass in dem Film Matrix eine Figur so benannt wurde, google ich weiter zum Film. Der Film ist für mich in zweierlei Hinsicht interessant: erste wurde eben genannt, zweite: Matrix vereint einige philosophische Thesen, wie die vom Gehirn im Tank. Für mein Studium muss ich noch eine Hausarbeit zur Erkenntnistheorie schreiben, in welches Gebiet diese Thesen gehören. Von Matrix und philosophischen Implikationen komme ich zu einem Blog, der seine Lieblingspodcasts aufführt. Darunter auch Hoaxilla, ein skeptischer Podcast. Eine Folge des Podcasts beschäftigt sich mit dem Phänomen „Black Eyed Kids„, eine andere z.B. mit japanischen Gruselgeschichten.

Möglicher Erkenntnisgewinn: „Black Eyed Kids“, kulturtheoretisch gesehen könnte das Phänomen modernen Teufelsglauben in modifizierter Weise transportieren. Japanische Gruselgeschichten könnten teilweise als ins Extreme gesteigerte Ängste bezüglich zwischenmenschlicher Situationen gedeutet werden (ich denke an den „Toilettengeist“, beide Thesen werden auch von den Autoren erörtert). Könnte man somit sagen, dass solche Gruselgeschichten einen gemeinnützigen Kern haben? Immerhin werden mögliche Lösungsstrategien gleich mitgeliefert, also z.B. beim „Toilettengeist“, dass man weder das blaue noch das rote Tuch wählen soll. Oder die unheimlichen Kinder, die den Teufelsglauben und damit Religion lebendig halten? Angst als Disziplinierungsmaßnahme – Hölle, Teufel und Dämonen – ist nichts Unbekanntes.

Zurück zum Ursprungsthema: Apps wie Goodnity wollen armen Menschen helfen, ein eher unbeachteter Nebeneffekt ist aber das gute Gewissen beim Spender oder Wohltäter.

Die Thematik „Gutmensch“, wie ich es mal nennen möchte, die der slowenische Philosoph Slavoj Žižek in Verbindung mit dem „Flüchtlingsdrama“ ankreidet (im Buch Der neue Klassenkampf – Die wahren Gründe für Flucht und Terror), verdecke das wahre Problem. Konkret meint er, dass die Hilfe für Flüchtlinge nur eine Kompensation für die eigene Schuld ist. Denn wir im Westen, in Europa, seien doch mitverantwortlich für die Flucht der Leute. Der globale Kapitalismus ist dafür verantwortlich, dass es diese ganzen Kriege und Konflikte gibt, so weiter. Denkt man an billige Klamotten und die sogenannten Sweatshops in Asien, klar, das leuchtet ein.

Die App Goodnity, die ich bereits seit einiger Zeit selbst nutze, erwirtschaftet mit der Bereitstellung von Daten für Marktforscher Spendengelder für Waisenhäuser. In Bezug auf Žižeks Kapitalismuskritik bedeutet die Nutzung der App, dass man das System Kapitalismus weiter betreibt und ihm so ein „menschliches Gesicht“ zu geben versucht.

Was also tun? Soll man besser gar nichts tun, auch wenn dadurch Menschen in elenden Verhältnissen bleiben? Oder soll man nicht lieber den Tropfen auf den heißen Stein weiter träufeln?

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