Helgoland rühmt sich vieler einmaliger Phänomene, dazu gehören auch die roten Feuersteine. Weltweit gibt es viele Fundorte für Feuerstein, aber eben nur hier den schönen roten, aus dem auch entzückender Schmuck hergestellt wird. Bei einem Spaziergang auf der Düne sieht man daher öfter gebeugte Köpfe, die eifrig das populäre Souvenir suchen.

Feuerstein, oder Flint, ist ein Ablagerungsgestein, das fast ausschließlich aus Quarz besteht. Quarz wiederum ist Siliziumdioxid, die häufigste feste chemische Verbindung auf der Erdoberfläche. Auch Sand besteht aus einem Großteil davon, ist ja logisch. Im Flint ist der Quarz besonders „dicht“, daher wirkt es wie Glas. Das Gestein spielte in der Menschheitsgeschichte eine bedeutende Rolle, wir wären nicht dieselben ohne Feuerstein. Als Werkzeug oder Waffe und natürlich um Feuer zu entfachen, wurde Flint sehr lange Zeit genutzt. Kein Wunder ist es verboten, die Steine am Strand zu zerschlagen: da sie sehr spröde sind, splittern sie im Nu und sind rasiermesserscharf! Damit Mensch und Tier nicht verletzt werden, sollte man die Suche daheim weiterführen. Dazu muss man wissen: Feuersteine sehen von außen sehr unscheinbar aus, um zu erkennen, ob es sich um roten Flint handelt, muss man die Steine aufschneiden. Aber eben bitteschön daheim!

Der häufige "normale" Feuerstein

Der häufige „normale“ Feuerstein

Roter Flint/Feuerstein

Roter Flint/Feuerstein

Wohlgemerkt bis ins 19. Jahrhundert wurde mit Feuerstein Feuer gemacht! Erst 1826 erfand der englische Apotheker John Walker das moderne Streichholz. Es ist also noch gar nicht lange her, da haben die Leute noch mit Flint, Zunderschwamm und einem Feuereisen hantiert. Der Zunderschwamm ist ein häufiger Baumpilz, der getrocknet wurde und leicht entflammbar ist. Mit ihm wurde die Glut auf brennbares Material übertragen. Hier kannst Du Dir ein Video anschauen, wie es anno dazumal gemacht wurde: Feuer machen wie im Mittelalter

Hin und wieder finde ich auch seltsam durchlöcherte Steine, sogenannte Hühnergötter. Für Sammler und Abergläubische ein absolutes Highlight, denn bis heute weiß man nicht so recht, woher die Löcher genau kommen. Das verleiht den Steinen eine mystische Aura, außerdem sind sie auch ein hübsches Amulett. Einfach ein Band oder eine Kette einfädeln und fertig ist der extravagante Schmuck. Früher wurden die Steine beim Federvieh aufgehängt, um es vor Bösem zu schützen und seine Legefreudigkeit positiv zu beeinflussen.

Hühnergott (Kalkstein)

Hühnergott (Kalkstein)

Weitere Fundstücke am Strand, über die Du Dich freuen kannst: Fossilienabdrücke auf Flint (vor allem Seeigel sind typisch), Donnerkeile (der hintere Teil von urzeitlichen Tintenfischen), Klappersteine (Feuersteine mit Seeigelschalenkern, innen hohl) oder Meerglas.

Meerglas ist sehr häufig zu finden, es gibt sogar eine Community, wie ich vor kurzem erstaunt feststellen konnte. Besonders gefragt sei wohl rotes Meerglas, dafür lege ein Sammler gutes Geld auf den Tisch. Zur Erklärung: Meerglas ist Altglas, bzw. Glassplitter und -scherben, die von Wind und Wasser und anderen Steinen glatt und geschmeidig geschliffen wurden.

Meerglas

Meerglas

Hier gehts z.B. zu einer entsprechenden Seite, wer neugierig geworden ist: Meerglas – Strandscherbenfunde an Nord- und Ostsee

Daher: beim nächsten Strandspaziergang Augen auf, dann findet Ihr sicher auch ein tolles Stück! Aber Achtung: http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/munitionsreste-an-nord-und-ostsee-niemals-in-die-hosentasche-stecken-81120.html?utm_source=Facebook&utm_medium=Post&utm_campaign=munitionsreste

 

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