Reiselust: Schluchsee und Wutachschlucht (Schwarzwald)

Im Hochschwarzwald finden sich einige schöne Ziele für eine Reise, hier soll es heute um den Schluchsee und die Wutachschlucht gehen (Beitragsfoto: Aufgenommen mit einem rosa Filter, der „rosaroten“ Brille sozusagen).

Schluchsee

Der größte See im Schwarzwald gilt als einer der saubersten Seen in Deutschland, er ist gute 5 Quadratkilometer groß, 7,5 km lang und 1,4 km breit. Der See war zu früheren Zeiten ein Gletschersee, mittlerweile ist er ein Stausee.

IMG_0134

An der Nordseite des Sees führt die Bahnlinie entlang, die in Seebrugg ihre Endstation hat. Der Parkplatz am Bahnhof Seebrugg ist somit ein guter Ausgangspunkt für die Schluchsee-Umrundung, die insgesamt 18 km umfasst (ca. 6 Stunden Gehzeit). Denn falls das Wetter oder die Lust und die eigenen Füße unterwegs nicht mehr mitspielen, besteht die Möglichkeit, ab Aha den Bummelzug über Schluchsee nach Seebrugg zurück zu nehmen. Jedenfalls wenn man ab Seebrugg südlich, mit dem Uhrzeiger um den See geht, es sind ab Aha nur wenige Minuten Fahrzeit im Zug. Unterwegs gibt es auch mehrere Einkehrmöglichkeiten, kurz nach dem Bahnhof Seebrugg z.B. ist ein Biergarten (nach Überquerung der Staumauer), auf der halben Strecke findet sich der Unterkrummenhof (http://www.unterkrummenhof.info/ – tolles Haus, schöne Aussicht und lecker!). Auf dieser Seeseite ist der Weg auch viel schöner, denn er führt am Wald entlang, während auf der Strecke zwischen Aha und Seebrugg eben die Gemeinden liegen.

IMG_0133

Rechts oben erkennt man noch Schneereste

Theoretisch könnte man also auch nur die „untere“ Seite im Süden entlanglaufen, im Unterkrummenhof einkehren, bis Aha zum Bahnhof laufen (dort gibt es auch einen Kiosk, falls der Zug nicht gleich kommt, kann man dort ein Eis schnabulieren) und dann den Zug zum Parkplatz am Bahnhof Seebrugg zurücknehmen – was wir praktisch ausgeführt haben und nicht bereuen. Zeitlich wäre diese Tour mit einer großzügigen Einkehr mit ca. 4 Stunden zu veranschlagen.

IMG_0135

Die weißen Stellen im Wald sind ebenfalls Schneereste

Die Wanderung fand Ende April statt, es lag sogar noch Schnee im Schwarzwald, daher war zu dieser Zeit wenig los; im Sommer sieht es sicherlich anders aus, das bitte in der Planung berücksichtigen.

IMG_0149

Kurz vor Aha, auf der anderen Seeseite angelangt

Am See findet der Naturfreund viele Möglichkeiten, tolle Beobachtungen zu machen. Dieses Gimpelpärchen war auf Nahrungssuche in den Bäumen am Ufer, die perfekte Kulisse für ein Foto. Das Licht hat auch gepasst, manchmal muss man eben Glück haben.

IMG_0097

Weiblicher Gimpel oder Dompfaff, am Ufer des Schluchsees

IMG_0094

Der farbenprächtigere männliche Gimpel, auch Dompfaff genannt

Der Schluchsee durch die rosarote Brille (bzw. Filter, folgendes Bild) sieht besonders verlockend aus, aber das hat er gar nicht nötig. Er ist auch ohne Filter ein lohnenswertes Ziel.

IMG_0167

Wutachschlucht

Für einen mehrtägigen Kurztrip in den Schwarzwald bietet sich der baden-württembergische Canyon als weiterer Programmpunkt an. Die Wutachschlucht ist allerdings nicht für jeden geeignet, da es teilweise hoch über dem Wasser entlang geht. Die Wege sind aber gut gesichert, d.h. für Leute mit einer milden Form von Höhenangst durchaus machbar. Ich bin selbst nicht schwindelfrei, allerdings kommt es für mich immer auf die spezielle Situation an. Man läuft selten direkt am Abhang, ein Geländer schützt vor Stürzen. Meistens sind Abstufungen oder Hänge vorhanden, nur selten steht man direkt am Abgrund, es gab nur eine Stelle, die ein bißchen für Herzklopfen gesorgt hatte. Mir fiel es aber leicht, mich zu überwinden, da die Wutachschlucht für ihre Schönheit und Biodiversität bekannt ist. Man sollte natürlich stets mit gutem Schuhwerk und Vorsicht bei geeignetem Wetter wandern gehen, dann sind die größten Risiken schon gebannt.

IMG_0209

Die Wutach am Kanadiersteg

Da ein Abschnitt der Wutachschlucht aufgrund eines Bergrutsches gesperrt war, musste man einen kleinen Umweg laufen. Startpunkt war die Wutachmühle, ein Parkplatz mit Kiosk, der vom Wanderbus angefahren wird (im Winter nicht). Falls man keine komplette Rundtour bis zum Auto zurück machen möchte, kann man also den Rückweg mit dem Bus bewältigen. Nun folgt man also dem beschilderten Weg bis zum Kanadiersteg (überdachte Holzbrücke), den man überquert, weil der Weg geradeaus eben gesperrt war (am besten vorher informieren, ob die Sperrung noch vorhanden ist).

IMG_0199

Im Wald: Frühlings-Platterbse

Der Weg führt noch ein Stück durch den Wald hinauf auf Feldwege um den Bergrutsch zu umgehen, nach ca. 1km geht es dann wieder Richtung Wald/Schlucht. Nach kurzer Zeit dann beginnt der Weg entlang den Felsen, es geht also hoch hinaus. Die Landschaft ist wunderschön, die klare Wutach weckt die Lust baden zu gehen oder noch ein wenig zu verweilen. Viele verschiedene Schmetterlinge tänzeln in der Luft, machen hin und wieder eine kleine Verschnaufpause auf einer bunten Blüte und stärken sich an ihr.

IMG_0222

Kleiner Kohlweißling

IMG_0225

Der Weg entlang der Wutach führt mal hoch über sie, an den Felsen entlang, mal unten am Wasser und ist dadurch abwechslungsreich. Ein erster Grill- bzw. Rastplatz ist an der Schurhammerhütte vorhanden (einer Schutzhütte), der zweite Rastplatz findet sich im ehemaligen Kurort Bad Boll. Übrig geblieben sind ein paar Mauerreste, eine Ruine auf dem Berg und eine halb verfallene Kapelle, die wohl wieder aufgebaut werden soll, zumindest sind Baugerüste installiert. Für Urbex/Lost Places-Fans ist diese Tour also besonders interessant.

IMG_0231

Wer nicht die ganze Tour bis zur Schattenmühle (oder noch weiter, der Schluchtensteig umfasst 118 km insgesamt) machen möchte oder kann, hat die Möglichkeit den Wanderbus zurück zu nehmen: Vom ehemaligen Bad Boll sind es ca. 1,3 km nach Boll, einem kleinen Örtchen und einer entsprechenden Haltestelle. Die Wartezeit kann man in einem Gasthaus versüßen (Öffnungszeiten siehe hier). Diese Strecke – von der Wutachmühle bis Boll – beträgt ca. 10 km.

IMG_0244

Nekrolog für den Winter

Ein Nekrolog für (Nachruf auf) den Winter. 19.03.2017

Der Winter ist in den letzten Zügen, wir hungern alle nach dem Frühling. Eigentlich ist es unüblich, einen Nachruf zu verfassen, wenn der Tote noch nicht tot ist. IMG_8837

Eigentlich vermissen wir ihn auch nicht, zumindest die Wenigsten. Wir sind froh, wenn er weg ist. Wir wollen doch alle, dass er geht.

IMG_8858

Wenn es ginge, würden sich wohl nicht Wenige finden lassen, die sogar noch nachhelfen würden. „Ich hasse Winter“, sagte erst letztens jemand in meiner Nähe. Aber woher dieser Hass? Was ist denn so schlimm daran?

IMG_8864

In einem Nekrolog würdigt man das „Lebenswerk“ eines Verstorbenen. All die Vorzüge, aber auch Macken und Fehler, werden noch einmal in Erinnerung gerufen. Es scheint beliebter zu sein, mit einem Augenzwinkern und viel Humor solch eine Rede zu verfassen.

IMG_8926

„Macken“ und „Fehler“ fallen mir zu Winter eher ein, daher habe ich mir mal Gedanken gemacht, was den Winter eigentlich liebenswert macht. Aber abseits von solchen Aktivitäten wie Skifahren, Schlittenfahren oder Schneemannbauen; ich glaube, das sind Charakterzüge, die viele nennen würden, also ungeeignet.

IMG_7819.JPG

Das großartige Lebenswerk des Winters ist für mich, dass er eine Ruhepause darstellt. Im Winter können wir endlich mal ohne schlechtes Gewissen ausruhen, eine ruhige Kugel schieben. Wenn es draußen so richtig ungemütlich und kalt ist, fühle ich mich daheim noch viel wohler. Dann zelebriere ich den Winter: Mit vielen Kerzen, Tee und Kuschelklamotten z.B. Der Winter sorgt dafür, dass wir Kraft tanken können.

Ohne Winter würden wir doch gar nicht so sehr nach Frühling hungern. Die Abwechslung macht es erst interessant. Ich kann mittlerweile jeder Jahreszeit etwas Gutes abgewinnen. Gäbe es nur Frühling und Sommer, wüßten wir die schöne, warme Jahreshälfte doch gar nicht zu schätzen. Mit dem Winter erst können wir uns wahrhaft freuen, wenn der Schnee schmilzt und die ersten Schneeglöckchen zu sehen sind. So wie Leid zum Leben gehört, ohne das Freude keine Freude wäre.

Wenn im Herbst die Blätter bunt werden und ällmählich zu Boden gleiten, wissen wir, der Winter ist nah. Herbst und Winter bedeuten immer auch Abschied. Loslassen – das muss man erstmal lernen. Hermann Hesse formulierte es so bezaubernd in seinem Gedicht Stufen: “ Wie jede Blüte welkt und jede Jugend dem Alter weicht, […] Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.“ Weil Loslassen eben auch eine Befreiung ist. Neuanfänge ermöglicht. Weil auch der Schmerz gehen kann, wenn auch nur kurzzeitig. Ewig ist nur der Wechsel, der Wandel.

Mit solchen Augen ist der Frühling kostbarer, da eben nicht ewig während.

Eine (entspannende) Foto-Tour in die Vulkaneifel

Komm mit mir in die Vulkaneifel. Aber nimm Dir Zeit, mach es Dir davor bequem, falls Du das nicht sowieso schon getan hast. Gönn Dir diese kleine Auszeit bewußt. Ein ruhiges Plätzchen, an dem man nicht gestört wird, ist ideal. Dann atme ein paar Mal bewußt tief ein und aus. Komm erst mal richtig an…

Im Wald

Für ein audio-visuelles Erlebnis, empfehle ich solche Ambient Sounds, hier „Primeval Forest“: https://mynoise.net/NoiseMachines/primevalEuropeanForestSoundscapeGenerator.php (Hintergrund-Sound)

Oder wer lieber Musik mag, ich finde den Song „Fountain“ von iamamiwhoami perfekt: dazu: https://www.youtube.com/watch?v=bRazgMj_cfE (ist auch ein tolles Video)

img_8354

Wald am Holzmaar

img_8368

Riesige Baumpilze

img_8365

img_8400

Viele verschiedene Moose sind im Wald zu sehen

img_8481

Manche Bäume sind regelrecht im Moos verschwunden

img_8498

img_8352

img_8516

Farn, eine der ältesten Pflanzen der Erde

Am Wasser

Ambient Sound, hier z.B. „Waterfall“: https://mynoise.net/NoiseMachines/waterSpringStreamNoiseGenerator.php

maare

Weinfelder Maar – Maare sind Vulkanseen

img_8613

Vulkankrater, im NSG Mosenberg, der einzige wassergefüllte nördlich der Alpen

img_8619

Am Bergkratersee (s.o.)

schalkenmehrener-maar

Schalkenmehrener Maar

moseltal

Im Moseltal

mowen

Möwen sind zahlreich an der Mosel

nilgans

Nilgans

img_8492

Wasserfälle bei Burg Pyrmont

img_8596

Burgen

pyrmont

Burg Pyrmont

bei-pyrmont

Unten im Tal unter Burg Pyrmont

img_8492

Dieser Wasserfall befindet sich an dem Türmchen (links zu erahnen)

eltz

Die märchenhafte Burg Eltz

 

Kraniche

Kranichrufe: http://www.vogelstimmen.de/html/content_link.php?link=www.xeno-canto.org/sounds/uploaded/ZNCDXTUOFL/XC124500-Grus_grus_Poland_Jarek_Matusiak_20130310-030.mp3

kraniche

Kraniche hört man schon von weitem, bevor man sie sieht…

 

Die Vulkaneifel war selbst jetzt, im Winter (Februar), sehr beeindruckend, ich hoffe, ich konnte es ein wenig vermitteln und euch erfreuen.

Bad Uracher Wasserfall

Wanderlust: Bad Uracher und Gütersteiner Wasserfälle

Bad Urach (Schwäbische Alb, Landkreis Reutlingen) ist ein kleiner, beschaulicher Ort. Die Wasserfälle sind eine beliebte Attraktion und 2016 ist der Wasserfallsteig sogar zu Deutschlands schönstem Wanderweg (Wandermagazin) gekürt worden. Eine gute Gelegenheit, einen Trip zu planen und sich einen Anlass zur Vorfreude zu schaffen!

Bad Uracher Wasserfall

Bad Uracher Wasserfall

Bad Urach ist ungefähr eine halbe Stunde (Auto) von Reutlingen entfernt. Für Wanderlustige dürfte das Städtchen nun in ganz Deutschland bekannt sein, denn dieses Jahr wurde der Wasserfallsteig zum schönsten Wanderweg gekürt. Liegt es vielleicht daran, dass man zu den Wasserfällen auch ohne kilometerlanges Wandern gelangt? Denn ungefähr 10 Minuten Fußweg sind es vom letzten Parkplatz (Maisental), keine steilen Anstiege, einfach nur das Tal entlang, am schönen Brühlbach.

Malerischer Fußweg zwischen Parkplatz und Wasserfall

Malerischer Fußweg zwischen Wasserfall und Maisental-Parkplatz

Die Wanderwege von Bad Urach sind laut Touristikseite bis 31. März nicht begehbar, wir sind damals sogar schon am 29. März gelaufen. Klar, es hängt natürlich vom Wetter ab, bei solchen milden Temperaturen wie wir sie hatten, geht es somit auch früher. So bietet es sich an bereits jetzt zu planen, vor allem die Leute, die eine längere Anfahrt haben. Das schönste ist es doch, durch frühzeitiges Planen die Vorfreude zu stimulieren. Zu sehen gibt es genug, die Landschaft ist wild-romantisch. Daher macht man sich besser vorher Gedanken, denn in der Region gibt es viele weitere schöne Landschaften und Sehenswürdigkeiten.

Beeindruckendes Wurzelwerk

Beeindruckendes Wurzelwerk nahe am Wasserfall

Wer möchte, kann danach auch noch die Ruine Hohenurach erkunden, die von den Wasserfällen aus bereits zu sehen ist.

Blick von den Wasserfällen zur Burgruine Hohenurach

Blick von den Wasserfällen zur Burgruine Hohenurach

Wir haben die Tour „modifiziert“: Die Wasserfälle liegen laut Beschreibung der Touristik-Webseite am Startpunkt, wir wollten sie dagegen als Highlight, am Ende des Weges, haben. Gestartet wird demnach nach dem Parkplatz rechter Hand, über das Vorwerk Güterstein mit seinen Stutfohlen (weibl. Fohlen), das zum Landgestüt Marbach gehört. Danach geht es hoch in den Wald, vorbei an den Gütersteiner Wasserfällen, die zwar kleiner sind, aber an Attraktivität nichts einbüßen. Bis auf die Albhochfläche hinauf, ist alles gut machbar, auch wenn man keine Sportskanone ist (zur Not einfach einen Gang zurückschalten).

Pferdekoppeln säumen den Wanderweg

Pferde sind fast allgegenwärtig (hier: Albhochfläche, Vorwerk Fohlenhof)

Oben auf der Albhochfläche sind weitere Außenstellen des Landgestüts, Pferdekoppeln sind nahezu allgegenwärtig. Für Pferdefreunde ist Bad Urach und die Umgebung ein wahres Paradies. Beim Vorwerk Fohlenhof, wo ebenfalls ein Teil der Fohlen aufgezogen wird, findet sich ein Grillplatz, für den kleinen Hunger zwischendurch. Es empfiehlt sich eine Jacke mitzunehmen, auch wenn die Sonne scheint, denn der Wind auf solchen Hochflächen setzt einem erfahrungsgemäß auch dann zu.

Ausblick von der Albhochfläche Richtung Hohenurach

Ausblick von der Albhochfläche am Rutschenfelsen in Richtung Hohenurach

Die Anstrengung lohnt sich spätestens am Ausblick Rutschenfelsen, den Kalkabbrüchen, von wo aus man das bezaubernde Panorama genießen kann. Geologisch bietet die schwäbische Alb verständlicherweise Einiges, wer sich besonders für diesen Aspekt interessiert, kann sich z. B. auf der Seite Geopark Schwäbische Alb weiter informieren (sowie weitere Anregungen für Ausflüge holen).

Der Rutschenfelsen

Der Rutschenfelsen

Wir waren ca. vier Stunden unterwegs, in gemütlichem Tempo und mit mehreren Pausen. Von der Strecke her müssten es in etwa 11 km sein, vom Anspruch her würde ich sie mittel bewerten.

Direkter Ausblick auf die Ruine Hohenurach

Direkter Ausblick vom Rutschenfelsen auf die Ruine Hohenurach

Das Wetter war geradezu perfekt Ende März (2014), nicht zu warm und nicht zu kalt, klarer Himmel und Sonnenschein. Aber ich bin sicher, selbst bei Wolken ist die Tour lohnenswert.

Der entlaubte Wald im Tal

Der entlaubte Wald im Tal

Über den Uracher Wasserfällen gibt es in der warmen Jahreshälfte die Möglichkeit zur Erfrischung und Stärkung an der bewirteten Wasserfallhütte. Man sitzt unter den Bäumen, im Grünen – Balsam für die Stadt-Seele.

Totholz mit Baumpilzen

Totholz mit Baumpilzen

Nach der Wasserfallhütte geht es dann zum absoluten Highlight, den Uracher Wasserfällen. Der höchste Wasserfall (37 m) der schwäbischen Alb ist ein angemessener Schlußpunkt und entläßt den Wanderer mit einem leisen Glücksgefühl.

Die Bad Uracher Wasserfälle sind die höchsten Wasserfälle der schwäbischen Alb

Die Bad Uracher Wasserfälle sind die höchsten Wasserfälle der schwäbischen Alb

Blick von den Wasserfällen Richtung Hohenurach

Blick von den Wasserfällen Richtung Hohenurach

Wurmlinger Kapelle

Schwarz-weiß Denken ist nur fürs Photographieren gut

Schwarzweiß-Photographie – eigentlich müsste sie Grauwertphotographie heißen – ist neben der Farbphotographie eine zusätzliche Ausdrucksform. Es kann nicht darum gehen, was besser oder schlechter ist, jede hat ihre eigenen Möglichkeiten. Schließlich würde auch niemand auf die Idee kommen und nur Ölmalerei als Mittel der Wahl bezeichnen.

Die Schnecke

Schwarzweiß-Photographie konzentriert sich aufs Wesentliche: besonders Strukturen, Formen und Muster sind geeignete Motive. Farbe „stört“ da nur und verwirrt den Blick. Zugleich ermöglicht sie eine Perspektive und Wahrnehmung, die der Mensch mit seinen Sinnen nicht erleben kann. Womöglich ist es diese ungewohnte Sicht auf die Welt, die den Menschen so reizt?

Wurmlinger Kapelle

Wurmlinger Kapelle

Es empfiehlt sich, Fotos zunächst in Farbe aufzunehmen und erst später am PC in s/w umzuwandeln (wir beschränken uns hier natürlich auf digitale Kameras). Daher ist es nötig, sich schon vorher das Motiv als s/w-Bild vorstellen zu können. Wer photographische Erfahrung hat, weiß bereits, dass die Kamera nie das wiedergibt, was man wahrgenommen hat. Daher ist es immer eine Frage von „Übersetzung“ und noch viel mehr von „Gestaltungswillen“, da jedes Bild ein konzentrierter und subjektiver Ausschnitt der Wirklichkeit ist.

Fingerhut

Fingerhut

Wie aber kann man sich das Schwarzweißdenken aneignen? Übung! lautet die schlichte Antwort. Ich persönlich habe viel probiert und getestet, habe mir also über die Zeit einen „Blick für Motive“ antrainiert. Das gilt verständlicherweise nicht nur für s/w, sondern ist sicherlich bei allen Photophilen für alle photographischen Ausdrucksmittel der Fall. Ein Tipp, den man auch immer wieder liest/hört: Sich Bilder anschauen, die einem gefallen. Dann kann man sich Gedanken machen, was genau gefällt mir? Wie wurde das Bild aufgenommen? In Fotoforen oder Tutorials sind die sogenannten Exif-Daten genau zu diesem Zweck angegeben. Exif-Daten sind die Metadaten einer Aufnahme, also Belichtungszeit, ISO, Blende usw. Darüber hinaus dient dies der Inspiration und man kann sehen, was überhaupt alles möglich und momentan beliebt ist.

Schmetterling (Wilhelma)

Aber am Ende zählt doch nur, was einem selbst gefällt und der kreative Photographierende erschafft auch stets neue Werke. Das schöne an der Photographie (altgriechisch phos/gen. photos – Licht, graphein – schreiben, malen, zeichnen -> also malen/zeichnen mit Licht) ist ohnehin, dass der Phantasie (fast) keine Grenzen gesetzt sind.

Seerose

Wer einmal begonnen hat, zu photographieren oder auch nur Motive zu suchen bzw. diese „umzudenken“, wird schnell feststellen, wie wenig man im Alltag eigentlich sieht. Erst wenn man konzentriert hinschaut, versucht, sich Dinge in s/w vorzustellen, bemerkt man, wie viele interessante Gegenstände, Formen, Strukturen, Gebäude, Landschaften (oder was auch immer) sich in direkter Umgebung finden. Selbst wenn Du Deine Kamera gerade nicht dabei hast, blick Dich um! Versuche auch im scheinbar Alltäglichen etwas Interessantes heraus zu filtern. Nicht nur beim Photographieren sollte man sich mit den Motiven auseinandersetzen.

Baum

Nicht nur die Motivwahl ist relevant, auch die technischen Feinheiten können experimentell und spielerisch variiert werden. Ein und dasselbe Motiv kann man mit verschiedener Brennweite, Blende, ISO, verschiedenen Schärfegraden und -arten (Schärfentiefe, Bewegungsschärfe, Motivschärfe – Nebel usw.) ablichten. Oder die Perspektive wechseln: Vogel- oder Froschperspektive sind die Extrempole zur Normalperspektive (frontal). Das ist der Vorteil der digitalen Photographie: Zigtausende Bilder könnte man theoretisch machen…

Farbe oder Schwarzweiß?

Farbe oder Schwarzweiß?

Während das farbige Bild eher positiv wirkt, wirken solche s/w-Himmel oft düster und dramatisch. Die Wahl ist also auch von der gewünschten „Aussage“ abhängig.

cropped-img_1970sw1.jpg

Beispiel für Motiv(un)schärfe: der Nebel sorgt für geringe Schärfe.

Spielerisches Lernen, Testen und Experimentieren ist der Weg, um seine Photos immer weiter zu entwickeln und die Fähigkeiten zu vertiefen. Wem das keinen Spaß macht, sollte die Kamera eventuell auch einfach einem „wahren“ Photographiebegeisterten schenken. In diesem Sinne, ich bin dann mal eben lichtmalen…

Beppo entspannt

ASMR: Entspannung durch Flüstern, Knistern, Knittern, Schnurren

Immer nach dem Frisör war ich tiefenentspannt. Oder in einer Bibliothek. Mit einer schnurrenden Katze auf dem Schoß. In einer medizinischen Untersuchung oder während einer Studienteilnahme. Als ich dann zum ersten Mal mit ASMR in Kontakt kam, war es wie eine Erleuchtung. Plötzlich war alles so klar und hatte einen Namen.

ASMR: Autonomous Sensory Meridian Response, das sind „angenehme körperliche und emotionale Empfindungen (sogenannte Tingles)“, die durch „bestimmte Sinnesreize (sogenannte Trigger)“ ausgelöst werden (Quelle: ADHSpedia). Es ist wieder mal ein digitales Phänomen bzw. Hype, auf Youtube und Co. sprießen die ASMR-Artists und Kanäle wie Pilze nach einem Regenschauer. Entspannung und Einschlafhilfen sind gefragt wie nie, möchte man meinen. Auf Youtube bietet die Suche mehr als 5,8 Millionen Ergebnisse, da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wer entsprechend viel Zeit hat, kann sich sogar 10 Stunden lang berieseln lassen:

Screenshot von

Screenshot von „MassageASMR“s Video (Youtube)

Aber längst nicht Jede/r ist wohl dazu fähig, jenes wohlige Kribbeln, die Schauer am ganzen Körper oder sogar tranceähnliche Zustände zu erspüren bzw. zu erreichen. Meiner Erfahrung nach, gilt es das Passende für sich zu finden (daher nicht gleich aufgeben!), da jeder Mensch auf andere Trigger reagiert. Noch besser wirken die Videos oder Audios mit Kopfhörern.

ASMR ist Neuland für die Forschung

Da das Phänomen erst seit wenigen Jahren im Netz richtig populär geworden ist, gibt es bisher kaum noch Untersuchungen dazu. Das Gefühl kannten viele Empfängliche davor, aber erst durch die Verbreitung und Diskussion im Internet konnten es viele konkret benennen und fassen, so wie ich auch.

Die Pionier-Studie von Tom Dnetto (2014) befasste sich mit dem Thema und identifizierte u.a. die beliebtesten Trigger: Flüstern, persönliche Zuwendung, (simulierte) Gesichtsmassagen. Schon im Titel der Studie postuliert Dnetto, dass es sich bei ASMR um teils Flow-ähnliche Zustände handeln könnte. ASMR kann wohl auch bei Depressionen und Angststörungen helfen: Dnetto vermutet, dass der Konsum von Videos oder Audios – vor allem das bewußte Sich-Zeit-Nehmen und konzentrierte Ansehen/Hören – Achtsamkeitsübungen oder Meditation gleicht. Der Fokus auf die positiven Gefühle durch ASMR könnte die Verbesserung der Stimmung insgesamt bei einigen Befragten erklären. Zugleich verspricht ASMR also auch therapeutischen Nutzen, wobei interessant ist, dass manche Patienten sich bereits „selbst heilen“, während Wissenschaftler sich dagegen noch staunend damit auseinandersetzen.

Videos

Auswählen kann man z.B. aus kaum hörbarem/verstehbarem Geflüster, Rollenspielen (z.B. Lara Croft, X-Men uvm.), Wiederholen von bestimmten Silben oder Worten, Kratzen und anderen Geräuschen (Tappen, Kratzen, Bürsten…), Katzenschnurren, Massagen, Handarbeiten (z.B. mit „kinetic sand“ – Sandknete), Arbeiten  im Zen-Garten, Doodling (Zeichnen) usw…Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt, viele der Produzenten sind sehr kreativ und innovativ und daher erweitert sich das Angebot ständig um teils überraschende Genres (Was aktuelles, völlig verrücktes zu Thanksgiving: Truthahn Massage).

ASMR Doodling (Zeichnen)

ASMR Doodling (Zeichnen)

Audio

Ich nutze solche Geräuschkulissen auch gerne zur besseren Konzentration bzw. zur „Auto-Konditionierung“ zum Lernen/Arbeiten. Manchmal fällt es mir schwer, mich auf meine Aufgaben zu konzentrieren, deswegen sind solche „Tricks“ ganz hilfreich. Wer ASMR auch lediglich durch das Ohr erfahren möchte, kann z.B. den Noise Generator (www.MyNoise.net) nutzen.

Noise Generator: www.myNoise.net

Noise Generator: http://www.myNoise.net

Fazit: Ich finde ASMR wirklich sehr hilfreich und entspannend, möchte es euch also ans Herz legen und empfehlen – vor allem natürlich denjenigen, die es bisher nicht kennen. Aber Vorsicht: es besteht Suchtgefahr…

Resi

Cat-Content oder: Die Kunst, sich nicht beirren zu lassen

Phänomen Cat Content

Das Internet wird regiert von Katzenvideos und anderem ‚Cat-Content‘, zu deutsch: „Inhalte, die Katzen thematisieren“. Es gibt mittlerweile einen entsprechenden Wikipedia-Artikel für das Phänomen; 2016 fand sogar zum ersten Mal das Internet Cat Video Festival in Düsseldorf statt; laut Wortfeld definierte der Duden (2004) ein Weblog, kurz ein Blog, als „Internettagebuch mit Katzenbildern“.

Es gibt vermutlich nicht einen Menschen, der noch nie Cat Content gesehen hat. Wie populär (und gewinnträchtig) das Phänomen ist, zeigt auch die Tatsache, dass Katzen verstärkt in Werbung als Sympathieträger dienen sollen: BonprixÜberfliegerIkea, Toyota, Top 10 bei Horizont.

Feline Prominenz, wie Grumpy Cat, Venus – The Two-Faced Cat oder Choupette Lagerfeld – Grumpy Cat wurde sogar in Wachs bei Madame Tussaud (San Francisco) und in einem Film verewigt – versammelt Massen von Fans um sich und generiert nebenbei wohl nicht unerhebliche Einnahmen.

Auch merkwürdige Reaktionen auf Salatgurken werden seuchenartig verbreitet, knapp zweistündige Videosammlungen erreichen millionenfache Klickzahlen, auf das politische Zeitgeschehen (amerikanische Präsidentenwahl) wird durch Katzenbesitzer bildstark und humorvoll rekurriert (Trump your Cat, Frisur von Trump an Katzen).

Von Katzen und Menschen

Katzen sind allgegenwärtig und universell einsetzbar: Während das Internet bekanntlich von kurzlebigen Hypes beherrscht wird, bleiben die Sympathieträger Katzen dagegen erstaunlich beliebt – durch die Zeiten. Ein Blick in entsprechende Publikationen zeigt, dass diese Katzen-Manie kein rein digitales Phänomen ist, sondern auch schon im Zeitalter der Hieroglyphen und Pharaonen bekannt war. Im alten Ägypten wurde die Göttin Bastet, Tochter des Sonnengottes, in Katzengestalt dargestellt. Wer Katzen tötete, soll damals selbst mit dem Ableben bestraft worden sein. Starb eine Katze im Haus, rasierte man sich die Augenbrauen ab und ließ sie einbalsamieren, berichtet Herodot (Absatz 66/67, 2. Buch).

Die christliche Verfolgung von Katzen dagegen zeigt, wie bewegt das Leben mit den Raubtieren war und wie kulturspezifisch das Phänomen ist. Im Abendland sind viele Tiere, auch Fledermäuse beispielsweise, eher Symbol für Unglück und das Böse (Gefährten des Teufels, Dracula, Vampire usw.). In Asien sind diese Tiere oftmals positiv besetzt. Maneki-neko dürfte vom Begriff her den wenigsten etwas sagen, die winkende Katze aber kennen sicher viele Leute:

Katzen in der analogen (Konsum-)Welt

Aus Japan kommen immer wieder schillernde Trends, so auch Katzenbars, Hello Kitty oder ein Übersetzungsgerät für die miauenden Mitbewohner. Tierhalter mit dem entsprechenden Kleingeld können sich sogar gemeinsam betrinken, es gibt Katzen (- und auch Hundewein). Die Getränke enthalten selbstverständlich keinen Alkohol, sondern Katzenminze, womit sich Vierbeiner auf ungefährliche Weise berauschen können. Diese Beispiele als Vertreter schier unbegrenzter Konsummöglichkeiten sind sicher kein Phänomen, das auf Katzen beschränkt wäre, sondern Ausdruck der globalen Wirtschaft und den schier unbegrenzt scheinenden Wertschöpfungspotenzialen. Wovon Alchimisten zu allen Zeiten geträumt hatten – der Umwandlung wertlosen Metalls zu Gold – scheint nun Realität geworden zu sein.

Die Kunst, sich nicht beirren zu lassen

Der asiatische Aberglaube, Katzen brächten Wohlstand (Maneki-neko), dürfte sich für die jeweiligen Unternehmer – also z.B. dem „Frauchen“ von Grumpy Cat (rund 100 Millionen Dollar sollen es sein) – bewahrheitet haben. Frühere (analoge) Unternehmensberater oder Kreditgeber hätten insgeheim wohl die psychische Gesundheit von solchen Menschen angezweifelt. Bei vielen Pionieren findet sich zu Beginn eine wahnwitzig wirkende Idee, die gegen Widerstände aller Art verteidigt werden muss. Bei digitalen Hypes dagegen wirkt es oft wie ein Selbstläufer, der nur eine gewisse Schwelle erreichen muss, um vollends einzuschlagen.

Für uns Konsumenten gilt es dagegen, ungeachtet der erschlagenden Masse an Cat Content, nicht das Wesentliche aus den Augen zu verlieren.

Beppo posiert wie ein Profi

Beppo posiert wie ein Profi

Ursachenforschung

Warum sind die Leute bloß so verrückt nach Katzen? Beim Handelsblatt argumentiert man so: „Im Netz erzielen Katzenvideos oft Millionenaufrufe. Kein Wunder: fast 13 Millionen Katzen haben deutsche Bürger bei sich aufgenommen. Das erklärt auch den Social-Media-Hype um so manch eine Katze.“ Aha. Erklärt das überhaupt etwas? Leute mögen Katzen im Netz, weil sie welche daheim haben? Beim Lokalkompass kommt der Autor zum Schluß, dass Cat Content für einen hohen Aktivierungsgrad sorge, also viele positive Gefühle oder kurz Wohlbefinden. Der Autor von Horizont befragte einen Medienpsychologen, der Katzen mit Schokolade und Kindern vergleicht: Beides mögen Menschen instinktiv, im Internet könne man Cat Content sich häppchenweise einverleiben (sogenanntes Mood Management wird also betrieben). Das klingt schon eher plausibel, wie ich finde. Und N24 bringt es für mich kurz und knapp auf den Punkt: „Wieso gerade Katzen? Weil sie anders sind als alle anderen Tiere“. Das Kindchenschema allein reiche nicht aus, das hätten andere Tiere ja auch zu bieten, wie  nachvollziehbar argumentiert wird. Katzen seien nicht so „langweilig“ wie andere Haustiere und hätten viele erstaunliche Eigenschaften. Das übliche Pokerface von Katzen ist nur selten durchschaubar, daher seien solche „seltenen Momente“ kostbar. Im Netz finden sich aber meiner Erfahrung nach nicht nur aussergewöhnliche Videos, sondern ganz oft auch einfach alltägliches Verhalten, daher würde ich jenes Argument eher ablehnen. Das Mysterium Katze sei eine geeignete Projektionsfläche für den Menschen oder verzerrtes Spiegelbild ihrer selbst, heißt es weiter. Ja, die meisten Menschen möchten sicherlich auch unverwechselbare Charakterköpfe, frei und unabhängig sein. Hübsch, elegant und graziös sein. Mehrere Leben haben, von allen geliebt werden. Und: Den Menschen glauben machen, er beherrsche uns und nicht umgekehrt.

 

Für Katzenfans oder eigene Nachforschungen hier noch einige Links:

Cat-Content beim Hessischen Rundfunk in den 70ern

Kontrovers diskutierte Seite: Cats That Look Like Hitler!

Kunst: Katzmonauten

Misao und Fukumaru (alte Frau und ihre ungewöhnliche Katze, Fotografien von Miyoko Ihara)

Fotografien von der Katzeninsel in Japan (Fubirai)

„Bergsteigende“ Katze (englisch)

Katzenschnurren – NoiseGenerator

Zeichentrick: Simon´s Cat

Lustige Katzenbilder: lolcats

Katzenvideos mit zufälliger Musik: Procatinator

Netzkultur: Nyan Cat

 

 

 

Junge Blaumeise

Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben

Seit letzten Winter interessiere ich mich ja ganz besonders für die Ornithologie, also Vogelkunde. Auf dem Balkon füttere ich diverse Arten Wildvogelfutter (Körner, Fettmischungen, Energierollen usw.), biete Trink- und Badestellen an und habe diverse Futtersysteme installiert (Futtertische für das Fenster, Aufhängesysteme usw., alles von Vivara selbst gekauft, falls jemand sich auch eindecken möchte. Da dieser Versandhandel mit dem NABU und auch anderen Naturschutzorganisationen zusammenarbeitet und von diesen empfohlen wird, empfehle ich ihn gerne unentgeltlich weiter!). Ich habe auch spezielle Zeitschriften abonniert, Vogelbestimmungsbücher daheim und beobachte also gerne das Treiben vor dem Fenster.

Kernbeißer

Kernbeißer

Je nach Jahreszeit wechseln auch die Besucher, die Kernbeißer-Familie war z.B. eher im Frühjahr/Frühsommer da, der Buntspecht ebenfalls. Lediglich die Kohl- und Blaumeisen sowie Kleiber sind regelmäßig und dauerhaft da, sie haben sich schon an mein reichhaltiges Büfett gewöhnt.

Buntspecht in Backnang

Buntspecht

Im Frühjahr bzw. Frühsommer sind auch die Meisen mit ihren Jungen gekommen, die sie weiter gefüttert hatten. In einem früheren Blogbeitrag  wurden bereits einige dieser Fotos gepostet und auf die Vorteile von Ganzjahresfütterungen verwiesen.

Bettelnde Jung-Kohlmeise

Bettelnde Jung-Kohlmeise

Das faszinierende an dieser neuen Leidenschaft ist jedenfalls die Tatsache, dass die Welt differenzierter wird. Man lernt so viel Neues, entdeckt direkt vor dem eigenen Küchenfenster eine neue Welt kennen, von der man bisher nichts geahnt hatte.

Sumpfmeise

Sumpfmeise

Die Kohl- und Blaumeisen stellen beim Landen ihre Kopffedern kurz auf, was einem Irokesen-Schnitt gleicht. Befindet sich bereits eine Meise auf dem Futtertisch, „verteidigt“ sie gerne das Futter, indem sie die Flügel halb ausbreitet, um sich größer zu machen. Dann „tänzelt“ sie vor dem Kontrahenten und droht ihm, der diese Geste oft auch erwidert.

Kleiber

Kleiber

Einzelne Vögel werden zu unverwechselbaren Charakteren: Der Kleiber ist ein besonders rabiater Geselle, der selten andere Vögel am Futterplatz duldet. Er scheucht die Meisen zuerst vom Tisch, bevor er mit dem Sammeln beginnt. Viele Vogelarten haben eine spezielle Art, sich zu bewegen. Mit der Zeit kann man schon von weitem unterscheiden, wer im Baum hüpft oder klettert. Eichelhäher beispielsweise „schleichen“ sich Stück für Stück heran, beobachten alles ganz genau, bevor sie sich heran trauen. Sieht man sie direkt an, kommen sie nicht, schielt man dagegen unauffällig, holen sie sich am liebsten Erdnüsse.

Eichelhäher

Eichelhäher

Mit der Zeit kennt man viele Arten, freut sich dann besonders über Neuentdeckungen und seltene Gäste, wie z.B. die Mönchsgrasmücke, auch wenn das Foto nicht besonders toll ist.

Männliche Mönchsgrasmücke

Männliche Mönchsgrasmücke

Ereignisse in der Vogelwelt, wie der Vogelzug, der momentan in Brandenburg für die Kraniche seinen Höhepunkt erreicht, sind in der Urlaubsplanung für 2017, spätestens 2018, vorgemerkt. Nähere Ziele für die Vogelbeobachtung sorgen für Vorfreude, dafür reicht schon ein Wochenende aus, zugleich verbringt man Zeit in der schönen Natur und bewegt sich (etwas). In Süddeutschland bzw. Baden-Württemberg sind der Federsee, die Wagbachniederung (zwischen Mannheim und Karlsruhe) oder das Naturschutzgebiet „Taubergießen“ (zwischen Freiburg und Offenburg) gute Beobachtungsplätze für Vogelfreunde. Diese Seite zeigt alle Birdingspots von Brandenburg, Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Bodensee und der Nordsee mit den jeweiligen zu beobachtenden Arten: Birding Germany

Hier kann man von seltenen Beobachtungen erfahren oder sie selbst melden: Club 300

Der nahende Winter stellt für alle Wildtiere eine außergewöhnliche Belastung dar, Nistkästen können Vögeln helfen, diese Zeit zu überstehen. Sie nutzen die Häuschen auch, um sich vor Wind und Wetter zu schützen. Wer kann und möchte, stellt bitte saubere und stabil befestigte Vogelkästen bereit, die für Katzen oder andere Prädatoren nicht zu erreichen sind. Wer ein Herz für Vögel und handwerkliche Fähigkeiten hat, kann Nistkästen auch selber herstellen.

Im Frühjahr ist es dann endlich wieder soweit, dann können u.a. Uhus beim Balzen, Brüten und der Jungenaufzucht bequem am Bildschirm verfolgt werden: Tier-Webcam-Sammlung

Siehe auch den Beitrag zur Vogelwelt auf Helgoland: Vogelparadies Helgoland

In Schweden ist der Tåkern See ein empfehlenswerter Birding Spot – Reisetipp für Vogelinteressierte

Froschkönig

Bergglück

Die Bergwelt ist für viele Menschen Sehnsuchtsziel, Wandern (nicht nur) in Deutschland beliebte Aktivität. Für mich ist das Gebirge vor allem auch ein optimales, sehr abwechslungsreiches und teils auch überraschendes Fotorevier.

Pittoreske Kuhweide

Pittoreske Kuhweide im Gauertal, im Hintergrund Sulzfluh und Drusentor

2014 entstanden diese Bilder im Montafon (Tschagguns), Region Vorarlberg, Österreich. Wer heute an Motivationsmangel leidet, kann sich gerne mit mir in die Berge flüchten (für eine realistischere Flucht, Kuhglocken-Konzert in der Dauerschleife laufen lassen, in einem weiteren Tab, als zusätzliche Audio-Unterstützung sozusagen). Wer bereits dort war, erkennt vielleicht den ein oder anderen Ort, schwelgt in eigenen Erinnerungen. Die Ortsunkundigen regt es möglicherweise zur Urlaubsplanung an. Aber allein schon die Bilder zu betrachten, kann eine Wohltat sein. Ansonsten: aus Süddeutschland sind es nur wenige Stunden Auto- oder Bahnfahrt, ideal für einen Kurztrip.

Montafon, Österreich

Blick auf die Untere Latschätzalpe

Die Stille in den Bergen ist unvergleichlich, besonders je höher man läuft, nur die natürliche Geräuschkulisse zu hören, erdet ungemein. Im Tal unten, wenn man startet, kann es sein, dass man ein Kuhglocken-Konzert geboten bekommt. Das stundenlange Laufen führt leicht zu einem Flow-Erlebnis, einer höchst angenehmen Stimmung, in der der innere Dialog endet und man pures Glück empfindet. Fotomotive finden sich überall en masse. Die Fotos hier sind von einer Tour zur Lindauer Hütte (1744m), einfache Strecke ca. 2,5 h ab Vollsporaalpe, durch das Gauertal (je nach Kondition und Tempo variiert die Dauer natürlich, wir sind eher „gemütlich“ gelaufen). Besonders nach einem steilen oder anstrengenden Anstieg, wenn man oben ankommt und alles überblicken kann, stellt sich ein Hochgefühl ein. Wie sagte Edmund Hillary so treffend? „Es ist nicht der Berg, den wir bezwingen – wir bezwingen uns selbst.“

Auf dem Weg zur Lindauer Hütte

Auf dem Weg zur Lindauer Hütte, Blick zum Bilgengrat

Hin und wieder eine Pause machen, die Landschaft genießen, gehört dazu.

Rückweg von der Lindauer Hütte Richtung Gauertal

Im Gauertal (Rückweg Lindauer Hütte)

Kultur und Tradition

Im Juni damals wurden die Kühe zurück auf die Weiden gebracht, was ein unvergessliches Spektakel war. Noch nie habe ich Tiere so übermütig und ausgelassen gesehen. Es war eine Freude, sie hüpfen und springen zu sehen, sie konnten es fast nicht fassen, dass sie wieder im Grünen waren (siehe auch Alpabtrieb, unten).

Wildblumen für die Nachbarn zur Begrüßung

Wildblumen für die Nachbarn zur Begrüßung

Generell sollte man fremde Tiere natürlich nicht füttern, machen wir sonst auch nicht, aber es waren sowieso nur die Blumen, die auf der Weide auch zu finden sind, die sie mehr beschnuppert haben.

img_2512

Der Wechsel der Jahreszeiten

Jede Jahreszeit hat ihren besonderen Reiz, bisher konnte ich Sommer und Winter erleben, Frühling und Herbst in den Bergen stehen leider noch aus. Vor allem die Brunftzeit der Hirsche, wenn sie laut grölen und der Platzhirsch seine Konkurrenten verjagt, dürfte spannend sein. Der Viehabtrieb/Alpabtrieb ist sicher auch interessant, wenn die Tiere wieder in den Stall kommen für den Winter.

Zwischen Gauertal und Lindauer Hütte

Bei der Oberen Latschätzalpe

Drei Türme im Nebel

Drei Türme und Sulzfluh im Nebel

Bach im Gauertal

Rasafeibach im Gauertal

Der Mond über der Mittagsspitze

Der Mond über der Tschaggunser Mittagsspitze

Persönliche Erfahrungen und Empfehlungen

Tipps: Übernachten und Essen kann man z.B. im Gauertalhaus (Naturfreundehaus) ganz wunderbar, es sind wirklich sehr nette Gastwirte, die zudem Wert auf gute Lebensmittel legen (Bio-Qualität, die in der eigenen Landwirtschaft produziert wird). Im Sommer ist das Alpenfreibad im Tal mit seinem Naturschwimmbecken ein Highlight für Wasserratten. Im Winter ist das Gebiet natürlich von Wintersportlern bevölkert.

Montafon im Winter

Blick vom Hoch Joch Richtung Rellstal (Winter 2014)

Auf dem Weg ins Gauertal

Auf dem Weg ins Gauertal (Winter 2014)

Berge und Medien

Wer sich für Berge interessiert, kann dies in zahlreichen Bereichen vertiefen, hier folgen Beispiele.

Literatur: Wenn ich an Berge denke, muss ich auch an ein Buch denken. Für Leseratten, die die Berge lieben, habe ich daher einen Buchtipp: „Die Wand“ von Marlen Haushofer (1963, wurde 2012 verfilmt). Es ist ein sehr intensives Buch, das ich nicht mehr aus der Hand legen wollte. Schwere Kost, aber sehr inspirierend. [Weibliche Robinsonade]

Malerei: Eines der bekanntesten Motive aus der Romantik greift das Thema Berge und Wandern auf:

Caspar David Friedrich: Der Wanderer über dem Nebelmeer (1818, das Bild ist gemeinfrei, Download bei Wikipedia bspw.)

Caspar David Friedrich: Der Wanderer über dem Nebelmeer (1818, das Bild ist gemeinfrei, Download bei Wikipedia bspw.)

Internet: Für alle Bergfans eine Blog-Empfehlung: Auf und Ab – Outdoor, Bergsport, Abenteuer Sven und Co. sind kompetente Berater rund ums Thema.

Fotografie: Heinz Zak ist Extremkletterer und Fotograf in Personalunion, er macht atemberaubende Bilder.

 

 

Wolken über Backnang

Himmelsshow und Photosophie

Ein Leben ohne Photographie ist möglich, aber sinnlos (frei nach Loriot).

Sonnenaufgang in Backnang

Sonnenaufgang in Backnang

Der frühe Vogel Photograph fängt den Wurm (oder was auch immer) (ein)…

Sonnenaufgang in Backnang (2)

Sonnenaufgang in Backnang (2)

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei Photographie nicht (so schnell)…

Die Sonne müht sich aus dem Bett

Die Sonne müht sich aus dem Bett

 

Alter schützt vor Torheit Photographie nicht…

Wirbelartige Wolkenformation

Wirbelartige Wolkenformation

Aus Schaden Photographie wird man klug (oder auch nur aufmerksamer)…

Zauberhafte Wolken

Zauberhafte Wolken

Hinterher ist man immer klüger bilderreicher…

Der Sonnenaufgang färbt den Himmel ein

Der Sonnenaufgang färbt den Himmel ein

Lieber arm dran als Arm ab Foto weg…